Das Hotel del Salto in Kolumbien zählte einst zu den luxuriösesten Hotels im lateinamerikanischen Raum – bis es plötzlich geschlossen wurde. Schnell wurden Gerüchte laut, in dem Gästehaus würde es spuken. Doch der wahre Grund für die Schließung war ein viel realistischerer…

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Quelle: Travelbook

Ein mysteriöses Gebäude gegenüber der Tequendama-Wasserfälle in Kolumbien, das viele Fragen aufwirft – das Hotel del Salto ist eine echte Attraktion. Früher ein begehrtes Luxushotel, heute nur noch Museum für Biodiversität und Kultur, sorgt das majestätische Gebäude für viele Spekulationen. Warum wurde das beliebte Hotel so abrupt dicht gemacht und stand dann fast 20 Jahre lang leer? Ich erzähle euch die Geschichte des geheimnnisvollen Hotel del Salto.

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Im Jahr 1923 baute der Architekt Calos Arturo Tapias gegenüber der 151 Meter hohen Tequendama-Wasserfälle ein Haus, das die Kolumbianer vor Neid erblassen ließ. Riesige verglaste Fensterfonten, luxuriöse Zimmer mit Balkon und Blick auf die tosenden Wasserfälle – Tapias Entwurf war ein absoluter Traum. Hinter geschlossenen Türen feierte er pompöse Partys, wo nur die Reichsten der Reichen Zutritt hatten. Schnell wurde sein Anwesen zum Treffpunkt der High Society und so beschloss er, sein Zuhause kurzerhand in ein Hotel umzuwandeln. Das Gästehaus war 60 Jahre lang ein voller Erfolg und lockte die Creme de la Creme der Elite an. Doch in den frühen 1990er-Jahren war Schluss mit den Partys, das Hotel wurde von einem Tag auf den anderen geschlossen.

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Schnell gab es die wildesten Gerüchte um die Schließung des beliebten Hotels. Zeitungen titelten, dass es im Hotel del Salto spuken würde und Geister die Gäste vertrieben hätten. Doch der Grund für das Ende des Hotels war ein ganz anderer: der unerträgliche Gestank. Denn das Wasser der Tequendama Wasserfälle stammt vom Río Bogotá Fluss, der als ziemlich verseucht gilt. Abfälle und Fäkalien der etwa acht Millionen Einwohner im Großraum Bogotá werden bis heute ungefiltert in den Fluss geleitet. Es wird geschätzt, dass mehr als 300 Millionen Tonnen ungeklärter Abwässer im Río Bogotá landen. Dadurch entsteht ein heftiger Gestank, der eben auch für die Schließung des Hotel del Salto verantwortlich war.

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Nach seinem tragischen Ende verfiel das Hotel zusehends und wurde von der Natur zurückerobert. Erst im Jahr 2011 nahm sich das Kolumbianische Institut für Naturwissenschaften gemeinsam mit der Ecological Farm Foundation von Porvenir des Gebäudes an. Gemeinsam wandelten sie das verkommene Hotel in ein Museum um, das heute in neuem Glanz erstrahlt. Nach einer aufwendigen Renovierung ist das Hotel del Salto heute wieder zugänglich und lockt viele Touristen an. Ihr wollt noch mehr Geschichten über mysteriöse Hotels lesen? Dann schaut doch mal bei meinem Reisemagazin Artikel über Gruselhotels vorbei.