Manche träumen von einem eigenen Schloss andere von einem Sportwagen, doch der italienische Designer Franco Maria Ricci hatte einen ganz anderen Wunsch. Schon als kleines Kind träumte er davon, eines Tages sein eigenes Labyrinth zu erschaffen. Und genau das ist ihm jetzt gelungen: In Norditalien bei Parma eröffnet im Mai das größte Labyrinth der Welt. Damit geht für Ricci ein Kindheitstraum in Erfüllung.

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Ein Labyrinth, so groß wie 10 Fußballfelder

Ein Labyrinth auf einem 8 Hektar Areal, so groß wie 10 Fußballfelder. Wer sich hier verirrt, kommt so schnell nicht wieder raus. Der berühmte italienische Designer Franco Maria Ricci hat viel Zeit und Geld (über 10 Millionen Euro) in den Irrgarten investiert, der sich in der norditalienischen Stadt Parma befindet. Doch warum das Ganze? „Als ich klein war, kamen ab und zu Zigeuner mit ihren Schaustellerwagen nach Parma und haben ein Spiegelkabinett aufgebaut. Das hat mich sehr fasziniert“, sagt der heute 77-Jährige Designer. Während seines Geologie Studiums hat er dann bei Ausgrabungen unterirdische Labyrinthe entdeckt, die sein Interesse verstärkt haben. Sein Freund Jorge Luis Borger, ein argentinischer Schriftsteller, teilte seine Leidenschaft für Irrgärten. Viele seiner Erzählungen handeln von fantastischen Geschichten, in denen oft Labyrinthe vorkommen („Fiktionen“, „Das Aleph“). Inspiriert durch seinen Freund, entwickelte Ricci langsam die Idee, ein eigenes Labyrinth zu erschaffen.

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Vom Wunsch zur Realität

In den 90er Jahren wagte sich Ricci schliesslich an die ersten Pläne für das größte Labyrinth der Welt und wurde dabei von einem Architekturstudenten unterstützt. 2006 wurde aus der Idee dann endlich Realität und die Arbeiten am Irrgarten begannen. Statt Heckenpflanzen wurden verschiedene Arten von Bambus gefplanzt, damit das Labyrinth schneller wuchs. Ungefähr 60.000 Bambusse waren notwendig, um das 7 Hektar große Areal mit Gängen auszustatten. Seit fast zehn Jahren wird nun an der Fertigstellung des Labyrinths gearbeitet, das in diesem Frühjahr eröffnet werden soll. Ab Mai dürfen Besucher versuchen alleine wieder aus dem Irrgarten herauszufinden. „Mein Labyrinth ist wirklich sehr groß und es passiert leicht, dass man sich darin verirrt“ warnt der Schöpfer. Für den Fall, dass man hier wirklich nicht mehr rausfindet gibt es aber eine Notfallnummer, die man anrufen kann. Dann wird man von jemandem zum Ausgang begleitet.

Mehr als ein Labyrinth

Wer es in die Mitte des Labyrinths schafft, findet dort einen großen Gebäudekomplex, wo man einiges entdecken kann. Neben einer Ausstellung mit den Werken aus Riccis umfangreicher Kunstsammlung, soll es hier auch eine Sommer-Kunstschule und eine Bibliothek geben. Sogar heiraten kann man in der pyramidenförmigen Kapelle auf dem Gelände.Wenn das Labyrinth endlich eröffnet ist, will Ricci auch einen Eintrag im Guinnes Buch der Rekorde. Es sei nun mal das größte Labyrinth der Welt, erzählt er voller Stolz. Auf der Hompage des Labirinto di Franco Maria Ricci findet ihr alle weiteren Informationen.

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