Was passiert, wenn in Italien neben hitzigen Gemütern auch noch ganze Weltanschauungen aufeinander treffen? Eins kann ich euch verraten: temperamentvolle Auseinandersetzungen, raffinierte Streiche und viel Drama gibt es beim Musical Don Camillo & Peppone im Wiener Ronacher zuhauf. Aber nicht nur die Geschichte ist temporeich, sondern auch das bunte Bühnenbild und die mitreißende Musik nehmen den Zuschauer sofort mit in ein anderes Land in einer anderen Zeit.

Don Camillo & Peppone

Die Koproduktion der Vereinigten Bühnen Wien und dem Theater St. Gallen basiert auf den berühmten Romanen von Giovannino Guareschi und dessen Verfilmungen und feierte am 27. Jänner 2017 seine österreichische Erstaufführung. Das Drehbuch und die Liedtexte stammen aus der Feder des Grammy-Preisträgers Michael Kunze, die Musik dazu schrieb der italienische Komponist Dario Farina und Regie führte Andreas Gergen.

Ich habe mir das Musical im Ronacher in Wien selbst angesehen und berichte euch natürlich nur zu gerne über meine Erfahrung – soviel kann ich euch schon jetzt verraten: ich war begeistert! Aber lest selbst…

Die Story

In der italienischen Provinz geht es in den 50er Jahren hoch her, denn nach dem Ende des zweiten Weltkriegs treffen im norditalienischen Dorf Boscaccio zwei Welten aufeinander und sind dabei keinesfalls leise: der Dorfpfarrer Don Camillo (Andreas Lichtenberger) will mit allen Mitteln verhindern, dass der kommunistische Peppone (Frank Winkels) die Wahl zum Bürgermeister gewinnt und die soziale Revolution in das Dörfchen trägt. Die konservativen Gutsbesitzer und Kirchengänger stehen zwar hinter ihm, sehen sich jedoch dem weitaus größeren Teil der armen Arbeitern und Bauern gegenüber, die auf Fortschritt und soziale Sicherheit hoffen. So kommt es zu einem hitzigen Streit nicht nur zwischen den beiden so unterschiedlichen Protagonisten, sondern auch innerhalb der gesamten Dorfgemeinschaft, der in der romantischen Liebesgeschichte von Gina (Jaqueline Reinhold) und Mariolino (Kurosch Abbasi) à la Romeo und Julias seinen dramatischen Höhepunkt findet…

Das Musical

Temporeich und in bunten Bildern inszeniert, ist dieses Musical eines definitiv nicht: langweilig und ruhig! Wie es sich für eine Geschichte aus Italien gehört, sind Temperament und Sturheit die vorherrschenden Eigenschaften der Figuren und entführen so in eine wunderbar spannende Welt voller Emotionen. Zu jeder guten Geschichte gehört aber auch eine gehörige Portion Humor und von schnellen Wortwitzen über hinreißende Situationskomik bis zu gefinkelten Streichen war alles dabei – ich habe öfters wirklich herzhaft lachen müssen. Eine Besonderheit der Produktion, die mir sehr gefallen hat, ist die Rolle der alten Gina (Maya Hakvoort), die die ganze Geschichte und dabei auch ihre eigene Lebensgeschichte rückblickend erzählt und so den Zuschauer immer wieder von der Vergangenheit in die Gegenwart holt.

Urlaubsguru-Fazit

Feinfühlig entworfene Charaktere, fröhliche Melodien und eine großartige Gesangsleistung des gesamten Ensembles ergeben zusammen mit einem bunten Bühnenbild und Kostümen in leuchtenden Farben ein fulminantes Musicalerlebnis, bei dem einfach alles passt – kein Wunder also, dass das Ende des Stücks mit Standing Ovations begleitet wurde!

Absolute Urlaubsguru-Empfehlung ⭐⭐⭐⭐⭐

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