Wie man durch den eigenen Traumurlaub etwas Gutes tun kann, tief in den afrikanischen Alltag eintaucht und eine kostenlose Safari erlebt, könnt ihr in meinem nächsten Reisebericht nachlesen.

 

Africa Amini Maasai Lodge NachhaltigkeitService & VerpflegungMaasai Stil Spa & Pool Bereich

Africa Amini Alama – Übernachtungsmöglichkeiten – Aktivitäten – Walking Safari – Resümee

Africa Amini Maasai Lodge

Von der afrikanischen Trauminsel Sansibar geht es für mich weiter aufs Festland. Vom winzigen Kilimanjaro Airport, nahe Arusha, werde ich pünktlich von meinem nächsten Gastgeber abgeholt: Elias ist stolzer Maasai und Mitarbeiter in der Afrika Amini Maasai Lodge. Diese 5-Sterne Lodge ist Teil des Sozialprojektes Afrika Amini Alama und bietet somit eine ganz besondere Form von Tourismus.

Nach 2 Stunden Fahrt über Stock und Stein (durch die Regenzeit, sind die Straßen noch schlechter) kommen wir in der Lodge, mitten in der Maasai Steppe an. Es ist schon sehr spät und dunkel und nach einem kleinen Willkommens-Snack gehe ich auch gleich schlafen.

Am nächsten Morgen wache ich mit einem unbeschreiblichen Ausblick auf: Sonnenaufgang hinter dem mächtigen Kilimanjaro. Meine Hütte ist absolut faszinierend und ich kann mein Glück, hier sein zu dürfen, kaum fassen. Auf dem hügeligen Gelände stehen mehr als 10 Hütten, alle im traditionellen Maasai Stil gebaut.

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit wird hier sehr groß geschrieben. Nicht nur der Materialverbrauch der Hütten ist minimal, die komplette Lodge beruht auf Permakultur-Prinzipien. Elektrizität wird ausschließlich durch Solarkraft gewonnen, der Wasserverbrauch ist sehr gering und durchdacht, Obst, Gemüse und vor allem Kräuter werden im Küchengarten angebaut. Die Liste der Maßnahmen, die diese Lodge absolut nachhaltig machen kann ich noch lange fortsetzen. Für mich ist diese Art von Tourismus sehr wichtig und auch wahnsinnig spannend.

Service & Verpflegung

Auch das Essen und der Service sind hier absolute Weltklasse. Alle Mitarbeiter der Lodge sind Maasai und unglaublich bemüht und herzlich. Bei einer kurzen „walking Safari“ erfahre ich viel über die Kultur und Heilpflanzen der Maasai. Auch zwischendurch, ob am Lagerfeuer, in der Küche oder beim Speerwerfen, man kann immer super mit den Leuten plaudern, Blödsinn machen und einen Einblick in ihr Leben bekommen.

Kulinarisch werde ich mit Vollpension verwöhnt und bin jedes Mal aufs Neue, von den spannenden Kreationen der Köche überrascht.

Maasai Stil

Die absoluten Highlights sind für mich die Hütten und die Location. Von außen sieht alles sehr simpel und unauffällig aus. Innen sind die „Bomas“ aber mit purem Luxus ausgestattet. Die Einrichtung ist sehr schlicht, man muss jedoch auf keinen Luxus der westlichen Welt verzichten. Die Dekoration besteht aus wunderschönem Schmuck, den die Frauen aus der Umgebung gefertigt haben und bunten Maasai-Tüchern. Hier machen die kleinen Details einen großen Unterschied.

Wenn ich die große Holzflügeltüre meiner Boma öffne, kann ich kilometerweit in die afrikanische Steppe glotzen und an schönen Tagen Mount Kilimanjaro bestaunen. Jede Hütte ist einzigartig und ich kann mich ohne Übertreibung nicht sattsehen.

Auch die Geräuschkulisse ist wahnsinnig beruhigend und bringt mich wie von selbst zum Meditieren.

Spa & Pool Bereich

Wenn ich schon vom Entspannen schreibe, sollte ich den Pool und Spa Bereich nicht unerwähnt lassen. Hier lässt mich wieder diese unglaubliche Mischung von sehr simplen Materialien, Maasai Dekoration und Luxus staunen. Es gibt einen kleinen Infinity-Pool, eine Natursauna, einen Massageraum, einen Meditations- bzw. Yogaraum und viele Liegemöglichkeiten. Bei dem Ausblick über die leicht grünen Hügel der Steppe, vergisst man alle Sorgen.

Nach drei Nächten in der Africa Amini Maasai Lodge, kann ich nur meinen Hut ziehen. Eine beeindruckende Lodge, die ich von Herzen weiterempfehlen kann. 100% der Einnahmen fließen in die Projekte von Africa Amini Alama und die Maasai Community – so macht Reisen wirklich Sinn.

Africa Amini Alama

Von der Maasai Lodge dauert die Fahrt nach Momella, einem kleinen Dorf am Fuß von Mount Meru, ungefähr eine Stunde. An den Straßenverhältnissen merkt man, wie abgelegen das Dorf liegt und wie tief man sich in Tansania befindet.

Beim Ankommen fühle ich mich gleich wieder ein bisschen wie zu Hause: Vor vier Jahren, habe ich hier als Volunteer schon für knapp 6 Monate in der Schule und im Waisenhaus mitgeholfen.

Vor einigen Jahren haben die österreichischen Ärztinnen Dr. Christine Wallner und Ihre Tochter Dr. Cornelia mit einer kleinen Krankenstation versucht die Menschen aus der Umgebung medizinisch zu versorgen. Mittlerweile gibt es ein Healing Center, ein Krankenhaus mit zwei OPs, Augenarzt, Zahnarzt, Mutter-Kind-Station, einfach eine wirklich solide medizinische Versorgung, für die die Leute gerne weite Strecken zurücklegen.

Außerdem hat Africa Amini Alama drei Schulen gegründet, eine Frauengruppe, ein Waisenhaus, eine Autowerkstatt, wo junge Burschen ausgebildet werden und noch weitere große und kleine Projekte. Die Bevölkerung ist wahnsinnig dankbar und wirklich gut in die Projekte integriert.

Übernachtungsmöglichkeiten

Für Besucher, Touristen und Spender gibt es einige Möglichkeiten in Momella zu übernachten und sich ein Bild vom Projekt und dem afrikanischen Alltag zu machen. Ich übernachte im Hillside Retreat, auf einem Hügel, außerhalb von Momella. Ähnlich, wie in der Lodge, genieße ich hier eine wirklich tolle Unterkunft, ohne viel Protz und Prunk.

Man kann außerdem im kleinen Hillside, mehreren Gästehäusern, großen Safari-Zelte, oder in den Hotelinis direkt in Momella wohnen. Die Auswahl ist groß und für alle ist etwas dabei.

Aktivitäten

In den nächsten Tagen besuche ich fast alle Projekte und freue mich vor allem, die Kids aus dem Waisenhaus wieder zu sehen. Für Spender aus Österreich ist es immer wieder etwas ganz Besonderes, ihre Patenkinder dann vor Ort kennenzulernen. Auch in der Schule kann man jederzeit vorbeischauen, oder im Restaurant, quasi im Herzen Momellas, ganz entspannt den Tag an sich vorbeiziehen lassen.

Ein absolutes Muss, ist für mich ein Besuch am Markt, der jeden Freitag stattfindet. Die Fahrt ins Nachbardorf Ngare Nanyuki dauert keine zehn Minuten und die Kulisse wird man sein Leben lang nicht mehr vergessen. So viele Farben, Gerüche und Geräusche. Es wird verhandelt, gestritten, gelacht und beim ersten Mal kommt einem alles sehr wild vor. Am Tiermarkt werden Kühe und Ziegen präsentiert und dann darauf geboten, Kinder stibitzen sich Obst und gehen dann in der Menschenmenge unter. Die Eindrücke sind unendlich und man macht hier eine Erfahrung, die man sich so schnell nicht mehr nehmen lassen wird.

Walking Safari

Eine andere, ganz besondere Erfahrung, ist ein Morgenspaziergang Richtung Arusha National Park. Wenn man sich zwischen 6 Uhr und 7:30 Uhr früh auf den Weg macht, hat man an der Grenze zum National Park fast jeden Tag die Möglichkeit Giraffen, Büffel, Zebras und viele andere Tiere zu beobachten. Manchmal findet man vielleicht nur zwei Giraffenköpfe weit weg im Bush, an anderen Tagen steht man dann auf einmal mitten in einer Gruppe von mehr als zehn Giraffen. Im Hintergrund grasen die Büffel und Zebras und durchs Gebüsch flitzt ein Warzenschwein. So könnte für mich gerne jeder Tag beginnen. Das Beste daran ist, dass man keinen Cent dafür bezahlen muss. Keine Nationalparkgebühr, kein Guide, kein Safariauto. Nur früh aufstehen und losgehen. Traumhaft.

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Resümee

Die Zeit in Momella vergeht leider viel zu schnell und es geht schon wieder weiter für mich.

Ich kann diesen Ort jedem ans Herz legen, der Tansania wirklich intensiv erleben möchte und auch gerne weiß, wo das ausgegebene Geld dann tatsächlich landet. Es ist wirklich beeindruckend, was hier alles in den letzten Jahren aufgebaut wurde und wie positiv die Bevölkerung alles annimmt. Als Besucher bekommt man einiges geboten und kommt mit vielen schönen und unglaublichen Geschichten wieder nach Hause.