Wieso die Seychellen nicht nur als Flitterwochenziel geeignet sind, wie man sich dort viel Geld sparen kann und welche Strände mir am besten gefallen haben, erfahrt ihr hier.

Anreise BusUnterkunftMorne Blanc

Praslin – Mietwagen – Vallee de Mai – La Digue – MaheSträndeResümeeResiseroute

 

Anreise

Der internationale Flughafen der Seychellen befindet sich auf der Hauptinsel Mahe. Ein paar Kilometer südlich der übrigens kleinsten Hauptstadt der Welt, Viktoria, landet das Flugzeug. Für alle Reisenden, die über Ostafrika einreisen vielleicht interessant: es wird immer wieder die Gelbfieberimpfung überprüft. Ich muss meinen Impfpass herzeigen, das war’s dann aber auch schon.

Bus

Es ist heiß und unglaublich schwül – richtig tropisch eben. Zu meiner ersten Unterkunft fahre ich mit dem öffentlichen Bus. Das kostet pro Fahrt umgerechnet nur 30 Cent, hat aber seine Vor- und Nachteile. Das Streckennetz ist sehr gut ausgeprägt, wirklich regelmäßig fahren die Busse jedoch nur bestimmte Routen. Für etwas abgelegene Strände oder Wanderungen braucht man dann doch viel Geduld. Wenn man genug Zeit hat, kann man so natürlich richtig viel Geld sparen.

Unterkunft Chez Lorna

Meine ersten beiden Nächte auf Mahe verbringe ich in der Unterkunft Chez Lorna. Kurz zusammengefasst kann ich sagen, dass mein Zimmer voll in Ordnung ist und die Gastgeber wahnsinnig freundlich und hilfsbereit sind. Die Lage der Unterkunft ist nicht ideal, wenn man keinen Mietwagen zu Verfügung hat. Kein nennenswerter Strand oder Wanderungen sind in Gehdistanz. Mit einem Auto ist Chez Lorna auf jeden Fall eine Option, um den Norden Mahe’s zu entdecken, auch weil der Preis mit 44€ pro Nacht wirklich günstig ist.

Morne Blanc Wanderung

Spontan entscheiden sich mein Zimmernachbar aus dem Iran und ich für eine Wanderung in den tropischen Bergen der Seychellen. Irgendwie schaffen wir es mit dem Bus zum Trailhead und starten gleich los. Die Wanderung ist nicht sehr schwer und dauert nur eine Stunde, ist aber durch die tropische Hitze wahnsinnig anstrengend.

Die Aussicht von der Plattform am höchsten Punkt ist dafür umso beeindruckender. Wir blicken über mehrere der insgesamt 155 Inseln der Seychellen und sind sprachlos. Solche Blautöne habe ich bis jetzt nirgendwo anders gesehen. Wirklich wunderschön.

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Praslin

Am nächsten Tag nehme ich eine Fähre auf die zweitgrößte Insel, Praslin. Die Fahrt dauert knapp eine Stunde und kostet 60€. Diesmal werde ich in einer Selbstversorger-Unterkunft wohnen. Im My Ozi Perl in Amitie habe ich meine eigene Doppelhaushälfte mit großer Küche und Garten. Auch Schlaf- und Badezimmer sind geräumig und schön. Sehr wichtig finde ich die Klimaanlage im Schlafzimmer, weil es nicht einmal in der Nacht ordentlich abkühlt. Selber kochen zahlt sich fürs Budget aus, auch wenn die Lebensmittelpreise deutlich teurer als in Österreich sind. Frischen Fisch und Früchte bekommt man dafür sehr günstig. Wenn man sich die teuren Restaurants sparen möchte, kann ich die Take-Away Lokale empfehlen. Dort bekommt man eine große Box Fisch oder Fleisch mit Beilage um unter 5€. Manchmal sind die Take-Aways nicht einfach zu finden, aber meistens lohnt sich die Suche. Die Lage meiner Unterkunft ist fast perfekt. Zwar nicht direkt am Strand, aber nur einmal über die Straße, ist man in unter zwei Minuten am Meer. Über meine Lieblingsstrände erfahrt ihr unten mehr.

1 Tag Mietwagen

Nachdem das Busfahren ziemlich mühsam ist und ich noch mehr von Praslin entdecken möchte, borge ich mir für einen Tag einen Mietwagen aus. Meine Gastgeberin organisiert alles und pünktlich um 8:30 Uhr steht das Auto vor der Tür. Für 45€ plus Spritkosten fahre ich den ganzen Tag um die Insel. Ich bleibe an vielen kleinen Buchten und Stränden stehen und genieße die Flexibilität. Außerdem mache ich einen Stopp im Vallee da Mai Nationalpark.

Vallee de Mai

Der Vallee de Mai Nationalpark ist UNESCO Weltnaturerbe und durch die Isolation der Seychellen einer der ursprünglichsten Wälder der Welt. Vor allem durch die Coco De Mer (Seychellenpalme) bekannt, zieht der Park viele Touristen an. Ganz besonders faszinierend finde ich die überdimensional großen Pflanzen und wie dicht bewachsen der Wald ist. Nach all den Stränden eine schöne Abwechslung. Der Eintritt kostet 24€ pro Person.

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Tagesausflug nach La Digue

Von Praslin dauert die Bootsfahrt nach La Digue nur 20 Minuten und kostet 40€ one-way. Die Fährenpreise finde ich übertrieben teuer, es gibt aber leider nicht viele Alternativen. Auf La Digue sind Fahrräder die Haupt-Fortbewegungsmittel. Deshalb borge ich mir auch gleich eines aus und radle los. Die Insel ist zwar nicht sehr groß, ich würde aber trotzdem versuchen 1-2 Nächte dort zu schlafen. So hat man genug Zeit, um die absoluten Traustrände in vollen Zügen zu genießen. Nachdem ich nur für einen Tag auf der Insel bin, muss ich Prioritäten setzen und mich für ein paar wenige Strände entscheiden. Mir kommt die Insel etwas überlaufen und voll mit Touristen vor. Wenn man dann aber seinen einsamen Strand gefunden hat, ist man im Paradies.

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Zurück auf Mahe – der Süden

Nach meiner Zeit auf Praslin und dem Tagesausflug nach La Digue habe ich vor meinem Abflug noch ein paar Tage im Süden Mahes. Genauer gesagt wohne ich im Takamaka Green Village. 80€ pro Nacht sind hier ein absolutes Schnäppchen und ich bin wirklich begeistert von der Unterkunft. Das Frühstücksbuffet ist top und für 30€ bekommt man ein 3-Gänge Abendmenü mit dem besten Fisch der Insel. Zum Anse Takamaka dauert es zu Fuß ungefähr 10 Minuten, wo es auch ein sehr leckeres Restaurant gibt. Die nächsten Tage bin ich leider ein bisschen krank, suche mir aber noch schöne Strände. Im Großen und Ganzen gefällt mir der Süden deutlich besser als der Norden.

Meine Lieblings-Strände

Mahe

  • Anse Takamaka – im Süden; Baden, Schnorcheln, gutes Restaurant, wunderschöner Sonnenuntergang
  • Police Bay – im Süden; nach Police Bay noch eine Bucht weiter, Traumstrand, Surfing, nicht ideal zum Baden, teilweise hohe Wellen, Verpflegung mitbringen

Praslin

  • Grande Anse – im Nordwesten, perfekt zum Baden, Fischerboote, schlecht zum Schnorcheln
  • Anse Lazio – im Norden, Traumstrand, perfekt zum Baden + Schnorcheln, oft viele Leute, teure Restaurants, eine Bucht weiter ist weniger los
  • Anse Georgette – im Norden, Zugang nur mit Voranmeldung beim Hotel Lemuria, Traumstrand, wenige Leute, gut zum Baden, hohe Wellen

La Digue

  • Grand Anse – im Südosten, nicht ideal zum Baden, viele Leute, schöne Location
  • Petite Anse – im Südosten, mein Lieblingsstrand, sehr wenige Leute, perfekt zum Bodysurfing, wunderschöne Location, Verpflegung mitbringen
  • Anse Source d’Argent – im Westen, man muss Eintritt bezahlen, sehr viele Leute, einfach ein paar Buchten weiterwandern, dort dann traumhaft schön

Resümee

Die Seychellen sind nicht nur für Flitterwochen geeignet, ich habe mich auch alleine sehr wohl gefühlt und viele Leute kennengelernt. Hier findet man ein paar der schönsten Strände der Welt, die man sonst nur von Postkarten kennt. Auch tropische Wanderungen sollte man sich nicht entgehen lassen. Es muss auch nicht unleistbar teuer sein, wenn man ein paar Tricks anwendet. Insel-Hopping zahlt sich auf jeden Fall aus.

Reiseroute

  • 2 Nächte im Chez Lorne Guesthouse im Norden Mahes
  • Fähre nach Praslin
  • 4 Nächte im My Ozi Perl im Nordwesten Praslins
  • Tagesausflug nach La Digue
  • 3 Nächte im Takamaka Green Village im Süden Mahes