Wieso mich der Yosemite National Park sprachlos macht und warum mir San Francisco besser als Los Angeles gefällt, könnt ihr hier nachlesen.

Los Angeles Santa Monica PierSanta Barbara & Los PadresYosemite National ParkSan FranciscoCirby CoveFazit

Mit dem Mietwagen von Los Angeles nach San Francisco. 5 Tage Zeit. Knapp 400 Meilen Strecke vor mir und gefühlt unendlich viele Möglichkeiten, diesen Trip anzugehen. Nachdem der legendäre Highway 1 nach einem Erdrutsch streckenweise gesperrt ist, entscheide ich mich für eine komplett andere Variante. Aber zuerst bin ich für einen Tag in Los Angeles.

Los Angeles

Los Angeles ist riesig. Man könnte die Stadt locker in fünf einzelne Städte aufteilen und diese wären immer noch richtig groß. Nachdem ich mir für LA nur einen vollen Tag Zeit nehme, muss ich mich zumindest für eine Gegend entscheiden. Es gibt viele Möglichkeiten, schlussendlich wird es dann aber Hollywood.

Nach ca. einer Stunde im klassischen Los Angeles Stau, parke ich meinen Mietwagen endlich in einer kleinen Seitengasse des Hollywood Boulevards. Zuerst Frühstücken. Mel’s Drive-In ist der perfekte Start in den Tag. Ich esse ein großes Omelett und bin danach bereit für Hollywood.

Ich spaziere einfach mal drauf los und bin nach ungefähr zwei Stunden ehrlich gesagt ziemlich enttäuscht. Daran können auch die unzähligen Sterne auf dem Walk of Fame nichts ändern. Es reiht sich ein Souvenier-Shop an den nächsten und an jeder Ecke wird mir eine Tour durch Beverly Hills angeboten. Alles wahnsinnig touristisch und ohne jeglichen Charme. Leider habe ich nicht genug Zeit für eine Tour durch die Universal Studios, die mich wirklich sehr interessieren würden und von denen man (fast) nur Gutes hört.

Ganz abgeschlossen habe ich mit Hollywood aber trotzdem noch nicht. Ich will unbedingt den kurzen Hike zum berühmten Hollywood-Sign machen. Der Start dafür ist am Ende des Canyon Drive, im Griffith Park. Nach ungefähr 45 Minuten stehe ich mehr oder weniger direkt unter dem Schriftzug, perfekt für Fotos. Auch auf dem Weg hat man super Ausblicke über die Stadt. Erst hier wird mir bewusst, wie riesig Los Angeles tatsächlich ist.IMG_20170602_071416_711

Santa Monica Pier

Nach einem langen Tag in LA fahre ich (natürlich mit Stau) noch an den Strand. Sonnenuntergang neben dem Santa Monica Pier ist schon etwas Besonderes. An dem kleinen aber feinen Vergnügungspark wirbelt es auch nachdem die Sonne untergeht. Ich lasse die Parade an mir vorbeiziehen und mache mich langsam auf den Heimweg. IMG_20170602_211136_919

Santa Barbara & Los Padres National Forest

Jetzt heißt es Kilometer machen. Der Norden ruft und ich verabschiede mich von Los Angeles und seinem endlosen Verkehrschaos. Zuerst ein Stück am legendären Highway 1 entlang, bis ich in Santa Barbara meine erste Pause mache. Sehr lecker essen bei Sambo’s, ein nettes Diner direkt am Strand. Dann noch für 10 Minuten an der Promenade entlangspazieren und die Beine auslockern, bevor es mit dem Auto weitergeht. Santa Barbara wirkt auf den ersten Blick ziemlich schön und entspannt.

Ich entscheide mich für eine Route, die durch den Los Padres National Forest führt. Eine sehr kurvige Strecke mit teilweise atemberaubender Landschaft. Immer wieder bleibe ich stehen, um Fotos zu machen, oder einfach das Panorama zu genießen. Wenn es sich ergibt, kann ich eine Durchfahrt des Los Padres National Forest sehr empfehlen, gerade weil wir solche Landschaften aus Österreich nicht kennen.

Endstation ist heute die Stadt Fresno, im Landesinneren Kaliforniens. Für knapp 100$ übernachte ich in einem ziemlich schäbigen Motel direkt an der Autobahn. Leider findet man in den USA oft keine besseren Alternativen zu den, meiner Meinung nach sehr überteuerten Motels.IMG_20170603_061122_206

Yosemite National Park

Die Vorfreude ist groß, als ich um 5:30 in der Früh das Motel verlasse und Richtung Yosemite National Park losfahre. Einen Bagel und mehrere Kaffees später komme ich nach knapp zwei Stunden Fahrt im Yosemite Valley an. Obwohl es noch früh ist, spielt es sich zu meiner Überraschung an den diversen Parkplätzen schon ziemlich ab.

Bei dieser atemberaubenden Landschaft ist es kein Wunder, dass es so viele Leute in den Nationalpark zieht. Ich will der Masse entfliehen und starte meinen Hike. Mein erstes Ziel ist die Plattform über den Yosemite Falls. Dieser Wasserfall gilt als der höchste Nordamerikas und ist gerade zu dieser Jahreszeit (kurz nach der Schneeschmelze) unglaublich mächtig. Meine Oberschenkel brennen den steilen Upper Falls Trail hinauf, es fällt mir aber fast nicht auf, weil ich von dieser Landschaft so begeistert bin. Es geht zwischen El Capitan und dem Wasserfall immer höher, bis ich an der Plattform ankomme. Dort sind immer noch relativ viele Leute, deshalb gehe ich noch weiter bis zum Yosemite Point. Hier bin ich nur mehr von ein paar wenigen Hikers umgeben, die so wie ich einfach nur überwältigt sind. Der 360 Grad Blick ist unbeschreiblich schön und mächtig. Vor allem Half Dome beeindruckt mich extrem. Insgesamt bin ich fast 8 Stunden unterwegs. Ich lasse mir Zeit und mache viele Pausen, Umwege und Foto/Film-Sessions. Hier könnte ich ohne Probleme für zwei Wochen Campen und jeden Tag einen neuen Trail ausprobieren. Mir fehlen die Worte diese Naturschönheit zu beschreiben.

San Francisco

Nach einer weiteren Nacht in einem Motel und meinen letzten Roadtrip-Kilometern komme ich in San Francisco an. Mir bleibt leider nicht viel Zeit die Stadt richtig zu erkunden, ich komme jedenfalls auf den Geschmack. Der Pier 39 und Chinatown sind zwei Gegenden, die mir gut gefallen. Die Stadt wirkt im Vergleich zu Los Angeles sehr kompakt und auch fußgängerfreundlicher. Die Preise sind in der Bay-Area ziemlich hoch, dafür gibt es auch unzählige nette Lokale und Restaurants. Eine Cable Car Fahrt lasse ich natürlich nicht aus, hätte ich mir aber sparen können. Wenn man keinen Platz am Rand ergattert, zahlt sich die Fahrt wirklich nicht aus. Mein erster Eindruck von San Francisco ist durchwegs gut, ich muss aber auf jeden Fall wiederkommen, um mir ein ordentliches Bild zu machen.IMG_20170606_112521_795

Cirby Cove

Die schönsten Fotos der Golden Gate Bridge bekommt man übrigens von einem kleinen Strand namens Cirby Cove schräg unter der Brücke. Der 15 Minuten Spaziergang hinunter zahlt sich wirklich aus.

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Fazit

Kalifornien ist ein extrem vielseitiger Bundesstaat. Dadurch ergeben sich unzählige Möglichkeiten und Varianten, seine Reise zu Gestalten. Ich bin mehr als froh Yosemite National Park nicht ausgelassen zu haben. Für San Francisco hätte ich lieber ein paar Tage mehr Zeit gehabt und Los Angeles wird vermutlich nicht meine Lieblingsstadt.