Mehr über meine absoluten Lieblingsstädte Neuseelands, das Schwimmen mit wilden Delfinen im Ozean, die schönsten Wanderungen und das Reisen in einem Campervan erfährt ihr hier.

Flug+Auckland –  CampervanKaikoura Wanderrouten in Neuseeland – Mount CookWanaka und Queenstown – Neuseelands Städte

Der längste Flug nach Auckland

Nach dem längsten Linienflug der Welt komme ich endlich in Auckland, auf der Nordinsel Neuseelands an. Der Flug von Doha nach Auckland mit Qatar Airways dauert knapp 16 Stunden. Die Zeitumstellung spüre ich so stark wie selten zuvor. Zwölf Stunden Unterschied zu Österreich sind dann doch etwas viel für den Körper. Ich versuche trotzdem das Beste aus meiner kurzen Zeit in Auckland zu machen. Der Dauerregen macht die Sache nicht einfacher, aber die Gegend rund um den Hafen ist perfekt für einen Spaziergang, um gegen die Müdigkeit anzukämpfen. Was auch immer gegen Jetlag hilft, ist ordentlich zu essen. Deshalb hole ich mir bei Best Ugly Bagels einen richtig leckeren Lachs-Bagel und einen großen Kaffee. Das unscheinbare Lokal in der Wellesley Street ist als Geheimtipp wirklich zu empfehlen. Viel mehr geben meine Müdigkeit und der Regen leider nicht her und deshalb muss ich mich mit nur einem kurzen Blick auf Auckland zufriedengeben. Die Stadt wirkt auch mich aber sehr lebendig und hat auf alle Fälle noch einiges zu bieten.

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Hobbiton

Von Auckland aus mache ich einen Tagesausflug zum Movie-Set von Der Hobbit und Herr der Ringe, Hobbiton. Mit dem Bus fahre ich dafür knappe 3 Stunden nach Matamata. Ich habe um 79 NZ Dollar eine Tour durch das Set gebucht. Wir werden von einem Bus abgeholt und dann geht es auch schon zu Fuß am Gelände los. Wirklich beeindruckend ist wie sehr die Landschaft hier wirklich den Filmen ähnelt. Die grünen Hügel, vielen Bäume und Hobbit Löcher sehen wirklich wie auf der Leinwand aus. Nicht so berauschend ist das Wetter: weiterhin Dauerregen und deswegen gefühlte 100 Regenschirme im Blickfeld. Mir persönlich gefallen die kleinen Details ganz besonders. Jeder Zentimeter des Filmsets ist durchgeplant und perfekt gestaltet. Auch die kurzen Geschichten und Hintergrundinfos, die unser Guide erzählt, sind sehr spannend. Für Liebhaber der Filme lohnt sich die Tour auf jeden Fall, auch weil sie beim Spazieren über das Gelände einige Szenen wiedererkennen werden. Ob sich der Besuch auch für alle anderen lohnt, ist schwer zu sagen, aber wahrscheinlich Geschmacksache. Ich würde mir wünschen, dass die Tour-Gruppen deutlich kleiner zusammengestellt werden. Maximal 15 Leute wäre dann doch mehr als genug.

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Das Leben im Campervan

Nach den paar Tagen auf der Nordinsel sitze ich wieder im Flieger Richtung Christchurch. Dort wartet ein Campervan auf mich, mit dem ich die nächsten 8 Tage die Südinsel entdecken werde. Mein Campervan ist ein 2-Sitzer mit Schlafplatz für zwei Personen von Wicked Campers. Nachdem ein Roadtrip in einem Van schon immer mein Traum war, freue ich mich wie ein kleines Kind zu Weihnachten auf die Tour. Zuerst muss ich mich an die Linksfahrordnung gewöhnen, aber nach ein paar Minuten fühlt es sich schon ganz normal an.
Nachdem Christchurch nicht sehr viel zu bieten hat, fahre ich Richtung Norden und verbringe die erste Nacht in Leithfield Beach. Der Campingplatz liegt direkt am Meer und kostet pro Fahrzeug/Person 20 NZ Dollar. Den gesamten Roadtrip über, werde ich auf Campingplätzen, sogenannten Holiday Parks, übernachten. Alle kosten zwischen 18 und 25 NZ Dollar und sind mit Küche, Bad, Dusche und TV Room (zum Kamera + Laptop Aufladen) ausgestattet. Vergleichsweise teuer ist der Sprit in Neuseeland. Mit umgerechnet mindestens € 1,50- pro Liter muss man schon rechnen. Und nachdem mein Camper nicht das neueste Modell ist und ich richtig viele Kilometer mache, geht das schon ins Geld.
Mit einem Campervan gibt man im Vergleich zu Hotels oder B&Bs einiges an Komfort auf, gewinnt dadurch aber an Freiheit und Flexibilität. Man hat sein Zuhause quasi andauernd bei sich, kann nichts vergessen. Wenn es einem nicht gefällt, kann man einfach weiterfahren. Man muss sich an (fast) keine Zeitpläne halten. Ich genieße das Leben im Van sehr und würde es sofort wieder machen. Es ist wahrscheinlich nicht jedermanns Sache, aber warum nicht mal etwas Neues versuchen und sich darauf einlassen?

Schwimmen mit wilden Delfinen in Kaikoura

Die kleine Stadt Kaikoura an der Ostküste ist bekannt für ihre unglaubliche Vielfalt an Meereslebewesen und Vögeln. Von Robben über Albatrosse, bis hin zu Schwarzdelfinen und Walen ist hier alles zu finden. Genau deswegen möchte ich hier eines meiner bisher schönsten Abenteuer erleben. Ich werde im offenen Ozean mit wilden Schwarzdelfinen schwimmen. Bei Dolphin Encounters Kaikoura kann man unter anderem genau diese Tour buchen. Um 175 NZ Dollar wird man mit Wetsuit, Schnorchel, Taucherbrille und Flossen ausgestattet und fährt mit dem Boot raus aufs offene Meer. Dort wird dann nach Delfingruppen Ausschau gehalten. Ich nehme die Tour um 5 Uhr 30 in der Früh, weil die Chancen auf viele Delfine am Morgen größer sind. Als wir die erste Gruppe finden, bleibt das Boot stehen und die 12 Schwimmer dürfen ins Wasser. Dann heißt es auf sich aufmerksam machen. Die Delfine wollen unterhalten werden und reagieren auf Bewegungen, aber vor allem auf Geräusche. Ich schwimme also durch das Wasser und summe ein Lied vor mich her. Und dann kommen die ersten Delfine. Es ist wirklich ein magischer Moment, wenn man bemerkt, dass die Tiere tatsächlich auf einen reagieren. Sie schwimmen um dich herum, wollen mit dir spielen und zeigen manchmal sogar kleine Kunststücke. Das Beste daran ist, dass die Delfine das alles zu 100% freiwillig machen. Sie sind einfach neugierig. Wenn ihnen etwas nicht passt können sie wegschwimmen, sie sind nicht trainiert oder eingesperrt, einfach wilde Delfine im offenen Ozean.
Wir machen insgesamt fünf Stopps und schwimmen somit mit fünf verschiedenen Delfingruppen, alle unterschiedlich groß, von 5 bis ungefähr 25 Tieren. Jedes Mal ist es wieder ein unbeschreiblicher Moment, wenn die Delfine um dich herum schwimmen. Dieses Erlebnis wird mir für immer in Erinnerung bleiben und war auf jeden Fall jeden Cent wert. Vorwarnen möchte ich alle, die leicht seekrank werden. Durch die ganze Aufregung und den ziemlich hohen Wellengang, wird einem schneller schlecht, als man das vielleicht gewohnt ist. Auch mich erwischt es bei der Rückfahrt, nach fast drei Stunden Tour.

 

Mount Cook und Wanaka Wander-Paradies

Nach Kaikoura fahre ich wieder Richtung Süden. Am Lake Tekapo angekommen muss ich nach so viel Autofahrt endlich meine Beine bewegen. Der höchste Berg Neuseelands, Mount Cook, bietet sich dafür perfekt an. Die Gegend ist wirklich wunderschön und bietet eine wahnsinnige Vielfalt. Schneeweiße Berggipfel, Gletscher, Flüsse, Seen und weite Ebenen, alles auf einem Fleck. Wanderrouten gibt es hier in Massen, für alle Levels und Geschmäcker. Ich mache eine leichte drei Stunden Runde und bin von den Ausblicken beeindruckt.

Am nächsten Tag fahre ich nach Wanaka. Über die kleine Stadt selbst werde ich gleich erzählen. Davor noch kurz über die Hikes, die ich in der Umgebung gemacht habe. Zuerst eine ganz leichte, kurze Wanderung auf Mount Iron, direkt außerhalb von Wanaka. Hier bekommt man für vergleichsweise wenig Anstrengung einen unglaublich schönen 360 Grad Ausblick. Perfekt für Fotos nach einem langen Tag im Auto. In nur 1-2 Stunden hat man die Runde geschafft.

All jenen, die einen noch deutlich besseren Ausblick haben wollen, lege ich Roys Peak ans Herz. Hoch und wieder runter dauert zwischen 4 und 6 Stunden und ist wirklich anstrengend weil es sehr steil ist, aber man wird mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt. Unendliche Bergketten mit den dunkelblauen Seen im Vordergrund, Wanaka wirkt von hier oben wie ein winziges Dorf. Alles sieht aus, wie auf einer Postkarte, es ist einfach perfekt. So schöne Ausblicke gibt es nur in Neuseeland. Als Belohnung kann man sich zurück in Wanaka im kühlen See erfrischen.

Wanaka und Queenstown – Städte, Seen, Berge

Sowohl Wanaka, als auch Queenstown liegen direkt an einem See, umgeben von mächtigen Gebirgsketten. Und in beiden Städten fühle ich mir sehr wohl. Sie sind sich recht ähnlich, wobei Queenstown doch etwas größer ist. Im Winter bekannt, als Skiorte, im Sommer beliebt, wegen der kühlen Seen. Viele kleine Restaurants, Bars und Cafés und sehr lebendig, voll mit Menschen. Einfach durch und durch gemütliche Städte in denen es genug zu tun gibt, um sich nicht zu langweilen, aber nicht zu groß und stressig oder aufdringlich.
In Wanaka kann ich vor allem die Fish and Chips bei Boaboa Food Company empfehlen, die man dann ganz gechillt an Strand mitnehmen und dort genießen kann.
In Queenstown sollte man es auf keinen Fall verpassen einen Burger bei Fergburger zu essen. Weil sich das fast alle denken, muss man mit einer Wartezeit von mindestens 15-30 Minuten rechnen. Das Warten lohnt sich aber.
Ein Geheimtipp sind die Tacos bei Taco Medic. Gut versteckt am Ende der Searle Lane gibt es super leckere und günstige Tacos in vielen verschiedenen Varianten. Unbedingt ausprobieren.
Ansonsten kann ich in Queenstown die Skyline empfehlen. Die Gondel führt mich für 33 NZ Dollar hoch über die Stadt, wo ich einen Kaffee mit super Ausblick genieße.
Man kann auf jeden Fall, sowohl in Wanaka, als auch in Queenstown mehrere Tage oder sogar Wochen verbringen. In den kleinen Städten gibt es richtig viel zu tun, gleichzeitig kann man hier super abschalten.

Resümee

Neuseeland ist ein wahnsinnig spannendes und vielfältiges Land, für mich wie eine Mischung aus Island, Hawaii und Österreich. Die kleinen Städte sind wunderschön und die Landschaft einfach atemberaubend. Es gibt in dem Land so viel zu erleben und entdecken, dass man sich mindestens einen Monat Zeit nehmen sollte. Sich auf das Leben im Campervan einzulassen lohnt sich, allein wegen der Flexibilität. Die Preise sind hoch, aber es ist sicher möglich, das Budget nicht zu sprengen. Neuseeland, ich werde wiederkommen!

Route

  • 2 Nächte Auckland mit Tagesausflug nach Hobbiton
  • Flug Auckland-Christchurch
  • In Christchurch Campervan abgeholt, die nächsten 8 Nächte im Campervan gewohnt
  • Christchurch – Leithfield Beach – Kaikoura – Geraldine – Lake Tekapo – Wanaka – Arrowtown – Frankton – Queenstown

Infos zur besten Reisezeit für Neuseeland