Ihr wollt so viel wie möglich von Südaustralien sehen? Dann schnappt euch einen Mietwagen und fahrt die Küste entlang! Ich stelle euch zwei verschiedene Routen vor – Ausgangspunkt ist jeweils Adelaide.

Ist man erstmal am anderen Ende der Welt angekommen, möchte man selbstverständlich auch so viel wie möglich vom anderen Kontinent sehen. Was läge da also näher, als sich einen Mietwagen auszuleihen und sich auf einen abenteuerlichen Roadtrip zu begeben? Entlang der Küsten, vorbei an wunderschönen und ursprünglichen Landschaften – neben einem das Meer, vor einem die Sonne am Horizont. Hach, sich auf den Küstenstraßen in Südaustralien zu bewegen, könnte nicht aufregender sein. Ein Gefühl der grenzenlosen Freiheit durchströmt den Körper, und alles, was in diesem Moment zählt, liegt einem zu Füßen. Um euch ein wenig zu inspirieren, stelle ich euch heute zwei der beliebtesten Küstenrouten im Süden von Australien vor.

Roadtrips entlang der Küstenstraßen in Südaustralien

Seafood Frontier | Southern Ocean Drive

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Seafood Frontier – eine kulinarische Route

Feinschmecker aufgepasst, der erste Roadtrip dürfte euch ganz besonders gut schmecken! Begebt euch auf eine kulinarische Safari und besucht die Städte, in denen das wohl beste Seafood des Landes serviert wird. Wie der Name Seafood Frontier schon verrät, verzeichnet diese Route die Grenzen der Regionen, die für ihr Aufkommen an Meeresfrüchten bekannt sind. 2.700 Kilometer liegen vor euch, auf denen ihr vorbei an wunderschönen Stränden, schroffen Klippen und gleichzeitig in den Genuss des weltbesten Seafoods kommt. Bevor ihr euch aber auf den Weg macht, wünsche ich schon mal guten Appetit!

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Startpunkt: Adelaide

Ihr startet in Adelaide Richtung Marion Bay, ehe ihr nach knapp 300 Kilometern euren ersten Stopp einlegt. Ganz in der Nähe von Marion Bay befindet sich der Innes Nationalpark, der euch mit spektakulären Küstenlandschaften, einer artenreichen Flora und Fauna, sowie einem herrlichen Strandabschnitt erwartet. Wanderfalken, Zwergpinguine und Emus nennen den Nationalpark unter anderem ihr Zuhause, außergewöhnliche Tierarten wie das Thermometerhuhn könnt ihr hier ebenfalls entdecken. Entdeckt Australiens Wildlife hautnah, ehe ihr euch wieder ins Auto setzt und die nächsten Kilometer fahrt. Diese Erlebnisse, die ihr hier geboten bekommt, sind definitiv einen Stopp wert!

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Von Marion Bay geht es weiter nach Port Augusta. Wer mag, macht hier Halt und besucht das Wadlata Outback Center. Macht eine kleine Zeitreise und taucht in das Leben der Aboriginies ein, lasst euch inspirieren vom australischen Outback und stillt euren Wissensdurst. Allen, die nicht ganz so wissbegierig sind und lieber etwas Action mögen, kann ich das Port Augusta Aquatic and Outdoor Center empfehlen. Probiert euch in den verschiedensten Sportarten aus – ob an Land oder auf dem Wasser, hier könnt ihr euch ordentlich auspowern! Um euch auf den Geschmack zu bringen: Windsurfen, Schnorcheln, Kanufahren und Kayaking stehen hier gleichermaßen wie Klettern und Buschwanderungen auf dem Plan.

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Whyalla

Die nächste Stadt, in der ihr unbedingt einen Stopp einlegen solltet, liegt gerade mal 80 Kilometer weit entfernt. Whyalla heißt das Juwel, an dem ihr auf keinen Fall vorbeifahren dürft. Stürzt euch in das nächste Abenteuer, indem ihr in den ruhigen Gewässern schnorcheln und tauchen geht. Ein Highlight sind hier unter Wasser nämlich die Riesensepia, eine spezielle Art von Tintenfischen (vor Ort bekannt als Giant Cuttlefish), die ähnlich wie Chamäleons ihre Farbe wechseln können! Besorgt euch also im Vorfeld eine wasserdichte Actioncam, damit ihr diese unglaublichen Aufnahmen nicht nur im Gedächtnis behaltet, sondern auch mit nach Hause nehmen könnt. In den Monaten von Mai bis August ist das Vorkommen dieser Tintenfische am höchsten, dann ist nämlich Laichzeit. Doch das ist längst nicht alles: An den Ufern von Whyalla könnt ihr beinahe hautnah in Kontakt mit Delfinen kommen. Ein paar der Säuger leben nämlich im Hafen von Whyalla, sodass ihr ganz nah an sie heran kommt. Aber ihr wisst ja, was man sagt: Nur schauen, nicht angreifen!

Angekommen im Meeresfrucht-Mekka: Port Lincoln

Ihr fragt euch sicher, warum ich anfangs von Meeresfrüchten geschwärmt habe, auf den ersten Stationen aber kein Sterbenswörtchen darüber verloren habe. Das hat nun ein Ende, denn gäbe es eine Hauptstadt des Seafoods, wäre es definitiv Port Lincoln, euer nächstes Ziel. Die Speisekarten in den Restaurants sind gefüllt mit den verschiedensten Meeresfrüchten – Austern, Langusten, King George Weißlinge und Riesengarnelen sind dabei die top Favoriten der Gastronomen (selbstverständlich frisch und saisonal gefangen!). Rund 270 Kilometer liegen von Whyalla aus vor euch, ehe ihr das Unterwasser-Mekka erreicht. Die Boston Bay ist nämlich bekannt dafür, dass man hier schöne Tauchgänge unternehmen kann, gleichzeitig lässt es sich hier aber auch wunderbar segeln, angeln und natürlich schwimmen.

Reist ihr bis an die Spitze bis zum Whalers Way, erwarten euch unglaublich schöne Buchten und Strände, kleine Höhlen und natürlich eine faszinierende Küstenlandschaft mit rauen Klippen. Ebenfalls an der Südspitze befindet sich der Lincoln Nationalpark. Packt unbedingt euer Badezeug ein, denn hier müsst ihr definitiv einen Strandtag einlegen! Um den Tag letztendlich perfekt ausklingen zu lassen, solltet ihr euch ein gemütliches Plätzchen am Stamford Hill Lookout suchen und die Aussicht über den Park, die Stadt und die Boston Bay genießen. Romantischer geht es kaum – wenn dann auch noch die Sonne langsam untergeht und sich der Himmel rötlich färbt… hach, dieser Moment ist einfach unbeschreiblich schön!

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Wollt ihr ein bisschen mehr Zeit in Port Lincoln verbringen und ein weiteres Gericht des köstlichen Meeresfrucht-Gaumenschmauses genießen, kann ich euch außerdem einen Besuch im Coffin Bay Nationalpark empfehlen. Ein starker Wind und dementsprechend hohe Wellen gelten hier als besonders beliebt, aber selbst Anglerfreunde kommen gerne hierher. Eins solltet ihr jedoch wissen: Allradfahrzeuge und Boote werden hier als bevorzugt angesehen, sonst kann es schon mal sein, dass ihr nicht überall mit eurem Auto hinkommt.

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Almonta Beach im Coffin Bay National Park

Ziel erreicht: Kulinarisches Ceduna

Rund 400 Kilometer entlang des Finders Highway führt euch die Route letztendlich nach Ceduna. Seid ihr in Port Lincoln bereits auf den Geschmack gekommen, gehört in Ceduna ein Besuch der Oyster Bar zur absoluten Pflicht. Glaubt mir, wer Meeresfrüchte mag, wird sich hier vorkommen wie im Schlaraffenland! Eine solche Vielfalt und Exklusivität werdet ihr in kaum einer anderen Stadt serviert bekommen. Aus diesem Grund beenden viele Reisende ihren Roadtrip in Ceduna, obwohl die offizielle Route des Seafood Frontier noch ein Stückchen weiter, nämlich bis Eucla führt.

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Unbedingt einen Besuch wert: 1802 Oyster Bar + Bistro

Southern Ocean Drive – eine Route durch die Natur

Wer nach Südaustralien reist, weiß die Natur des Kontinents zu schätzen. Umso mehr dürfte es euch freuen, dass die nächste Route an unzähligen Naturschönheiten vorbeigeht. Southern Ocean Drive lautet das nächste Abenteuer, das ihr bei einem Roadtrip entlang der schönsten Küsten Südaustraliens erleben könnt. Gehen wir erneut vom Ausgangspunkt Adelaide aus, führt euch der erste Teil der Route direkt übers Wasser Richtung Kangaroo Island. Sucht euch also eine entsprechende Fährverbindung und schon kann es mit den ersten 211 Kilometern losgehen!

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Ehe ihr das Festland verlasst, kann ich den Genussmenschen unter euch einen Stopp in McLaren Vale empfehlen. Besucht doch einen oder zwei der insgesamt 75 dort bestehenden Weinkeller und kostet die geschmackvollen Shiraz- und Grenache-Weine oder nehmt ein Schlückchen des hervorragenden Cabernet Sauvignon. Selbstverständlich aber nur, wenn ihr euch danach nicht mehr ans Steuer setzt! Erst, wenn ihr den Alkohol im Blut vollständig abgebaut habt, kann es für euch weitergehen – und zwar mit der Fähre übers Wasser und anschließend bis nach Kingscote, Kangaroo Island.

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Berühmte Kangaroo Island

Kangaroo Island dürfte vielen von euch ein Begriff sein, schließlich ist diese kleine Insel äußerst beliebt und hat Unglaubliches zu bieten. Seid ihr erst einmal vor Ort, werdet ihr bereits nach wenigen Minuten feststellen, dass die Insel kaum schöner und lebendiger sein könnte. Ein wahrhaftiges Naturparadies liegt euch zu Füßen, so ursprünglich und unberührt! Puderzuckerweiße Strände, schroffe Klippen, Eukalyptuswälder und eine stark ausgeprägte Fauna prägen das atemberaubende Landschaftsbild. Freut euch auf die kleinen Lieblinge Australiens, Kängurus, Koalas, Wallabies und weitere Tiere werdet ihr hier nämlich definitiv zu Gesicht bekommen. Ob ihr lieber die Natur auf ihren Wanderwegen erkundet oder euch in den zahlreichen Wassersportarten übt, ist dabei euch überlassen. Ein Aufenthalt auf Kangaroo Island ist aber unbedingt ein Muss bei eurer Südaustralien Reise, so viel steht fest! Ein paar ganz bestimmte Highlights möchte ich euch nun vorstellen.

Waves & Wildlife, Stokes Bay
Stokes Bay. Copyright: Lachlan Swan

Kingscote ist zum Beispiel besonders dafür bekannt, dass ihr dort mit Delfinen im seichten Wasser schwimmen könnt. In Stokes Bay hingegen werdet ihr den mit Abstand romantischsten versteckten Strand entdecken. Um dorthin zu gelangen, müsst ihr euch zunächst durch kleine Gänge inmitten von riesigen Felsen schlängeln. Was euch danach erwartet, ist ein absoluter Bilderbuch-Strand! Und auch den Admirals Arch und die Remarkable Rocks kann ich euch ans Herz legen. Oder habt ihr schon mal einen Höhlenbogen mit Tropfsteinen gesehen, von dem aus ihr auch noch geradewegs auf das in der Sonne glitzernde Meer schauen könnt? Gleich nebenan stoßt ihr zudem auf bizarre Felsen in beeindruckenden Farben. Oder kennt ihr schon…? Ach, werft am besten einen Blick in meinen Artikel über Kangaroo Island! Eins kann ich euch aber noch vorweg nehmen: Auf Kangaroo Island werdet ihr definitiv ein paar Tage länger Rast machen wollen!

Remarkable Rocks, Kangaroo Island, South Australia

Zurück ans Festland – Zwischenstopp in Victor Harbor

Rund 160 Kilometer trennen euch nun von eurem nächsten Ziel. Habt ihr das Festland wieder erreicht, bietet sich ein Stopp in Victor Harbor an. Was ihr hier machen könnt? Zum Beispiel eine aufregende Bootstour, auf der ihr Wale, Delfine und Seehunde beobachten könnt! Diese Roadtrip Route fängt erstaunlich gut an, oder was meint ihr? Entlang der Küste Richtung Robe fahrt ihr außerdem am Coorong National Park vorbei. Je nachdem, wie viel ihr von diesem Park sehen möchtet, solltet ihr eins beachten: Ohne Allradantrieb werdet ihr nur den Nord-Westen abfahren können. Ansonsten liegt ein ziemlich weiter Fußmarsch vor euch. Doch keine Sorge, im Nationalpark selbst habt ihr auch die Möglichkeit, zu campen. Also genießt die naturelle Vielfalt zwischen Sanddünen und Lagunen. Erst, wenn ihr bereit seid, diesen wunderschönen Ort wieder zu verlassen, führt euch der Weg weiter nach Robe. Direkt an der Küste gelegen, bietet sich hier ein Strandtag an, aber auch zum Surfen eignet sich die Küste hier besonders gut. Insgesamt habt ihr bei eurem nächsten Stopp 354 Kilometer von Victor Harbor aus zurückgelegt.

Victor Harbor Horse Drawn Tram
Foto: iStock.com/Andrey Moisseyev

Dem Ziel ganz nah – Auf nach Mount Gambier

Um das nächste sehenswerte Ziel zu erreichen, fahrt ihr etwas Land einwärts. In Naracoorte wartet nämlich der nächste Nationalpark auf euch, der Cave Nationalpark. Zugehörig zum Weltnaturerbe, könnt ihr hier Fossilien- und Kalksteinhöhlen besuchen. Dabei gibt es einige Unterschiede zu beachten: Während ihr die Kalksteinhöhlen auf eigene Faust betreten dürft, sind für die Fossilienhöhlen Führungen nötig. Höhlen, die gar nicht betreten werden dürfen, sind jene, in denen Fledermäuse ihre Eier ablegen. Dank Infrarotkameras wird euch aber dennoch ein Blick ins Innere gewährt. Da es im Park noch unzählige weitere Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten gibt, lohnen sich auch hier mindestens zwei Tage. Zeltplätze und Wohnmobilparks sind aber vorhanden, sodass die Übernachtung kein Problem sein sollte.

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Zu guter letzt trennen euch nur noch rund 65 Kilometer von eurem Endziel, einem märchenhaft schönem See in Mount Gambier. Je nachdem, zu welcher Jahreszeit ihr euren Roadtrip durch Südaustralien macht, werdet ihr im Winter auf einen grauen See und im Sommer auf einen türkisblauen See treffen. Ein traumhaftes Motiv zum Abschluss des Southern Ocean Drive Roadtrips!

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Erkundet die Küstenstraßen in Südaustralien!

Roadtrips sind immer etwas ganz Besonderes – die Aussichten, die Momente und das Gefühl, das einem durch den Körper strömt, sind meist unbeschreiblich und vor allem unvergesslich. Auf kaum eine schönere Art und Weise könnt ihr Südaustralien besser erkunden als mit einem Mietwagen. Und falls ihr nach diesen Routen der Küste entlang auch noch andere Städte und Wege kennen lernen möchtet, stelle ich euch außerdem den Explorer’s Way und den Epicurean Way in meinem Reisemagazin vor.

 

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