Das Praktikum meines Lebens beginnt mit meiner ersten Reise nach Kuba. Was man in nur 6 Tagen alles in Kuba erleben kann und worauf man gerne verzichten darf, sowie Tipps und mehr über meine Reiseroute erfahrt ihr hier.

 

VaraderoViñalesHavanaResümeeReiseroute

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Varadero

Nach 18 Stunden Anreise beginnt das Praktikum meines Lebens in Varadero, Kuba. Die ersten beiden Nächte werde ich im All Inclusive Hotel IBEROSTAR Playa Alameda verbringen, bis die Reise durch Kuba dann richtig losgeht. Es ist angenehm warm, aber nicht heiß. Der Strand ist wunderschön und gut besucht. Die Hotelanlage ist ziemlich groß. Ich treffe auf überraschend viele Russen und Kanadier. Wenn ich ganz ehrlich bin, hätte ich die ersten beiden Tage genauso gut in einem Resort auf Mallorca oder in der Türkei sein können, weil man so abgeschottet nur sehr wenig von dem Land mitbekommt. Dafür sind All Inclusive Anlagen aber auch nicht gedacht. Als es am dritten Tag meiner Reise nach Viñales geht, freue ich mich darauf, den Rest von Kuba zu sehen.

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Viñales

Die Reise dorthin läuft zwar nicht ganz nach Plan (alle Busse sind ausgebucht und ich nehme stattdessen „Colectivos“ – kubanische Sammeltaxis), aber nach ungefähr 4 ½ Stunden komme ich im sehr ländlichen (von der UNESCO geschützten) Viñales-Tal an. Die Landschaft ist wirklich wunderschön und ich finde sofort (mit Hilfe meines Taxifahrers) eine Unterkunft für die nächsten zwei Nächte. Die wohl gängigste Art in Kuba zu übernachten, sind sogenannte „Casas Particulares“ – Privatunterkünfte mit ganz simplen Zimmern für Touristen und meistens auch Frühstück (zwischen 15 und 40 CUC pro Nacht, je nach Reisezeit und Lage). Ich glaube, in Kuba wird man immer einen Schlafplatz finden. Selbst wenn wirklich alle Unterkünfte belegt sind, würde sich eine Familie finden, bei der man unterkommen kann. Meine Gastgeber sprechen zwar kein Wort Englisch und mein Spanisch ist sehr begrenzt (ich spreche eigentlich kein Spanisch. ich habe mir nur ein paar Wortfetzen aus Filmen gemerkt), aber die Kommunikation funktioniert trotzdem ganz gut, sodass mir gleich zwei nette Lokale empfohlen werden und eine Pferdetour durchs Tal für den nächsten Tag organisiert wird. Viel herzlicher hätten meine Gastgeber nicht sein können (Havana wird mich eines Besseren belehren).

Der nächste Tag beginnt mit einem riesigen Frühstück, mit sehr leckerem Kaffee und dann geht es gleich los zur Pferde-Tour. Verkauft wird mir eine 3 Stunden Tour, mit englischsprachigem Guide – wir reiten dann auch wirklich ca. 3 Stunden durch die Gegend, viel Englisch wird aber nicht gesprochen, wobei ich das „Very nice?“ und „Look! Coffee plantation!“, das immer wieder von hinten kommt, doch mit einem riesigen Grinser sehr genieße. Die Gegend, durch die wir reiten, ist einfach so schön und sehenswert, dass es richtig angenehm ist, nicht dauernd belabert zu werden. Wir machen Stopps bei jeweils einer Kaffee- und Tabak-Plantage und einer kleinen Höhle. Überall bekommt man kleine Kostproben und wird dann manchmal höflich, manchmal eher nicht so, gebeten sich doch noch Kaffee, Zigarren, Rum usw. für zu Hause zu kaufen. Die Tabakplantage war richtig cool, weil Zigarren dort direkt vor Ort gerollt werden.

Nach der Tour tut mir dann alles weh, vor allem, weil ich dann vielleicht doch etwas zu groß für mein Pferd war (oder war der Sattel nicht richtig eingestellt, wenn ich beide Knie, mehr oder weniger unterm Kinn hatte?). Es hat sich trotzdem gelohnt und ich gehe im Viñales Stadtzentrum noch etwas essen und spazieren. Am nächsten Tag bleibt nur noch Zeit für eine ganz kurze Wanderung auf einen kleinen Hügel, bevor ich mit dem nächsten Colectivo (wieder sind alle Busse voll) weiter nach Havana fahre.

Havana

Meine Gastgeber in Viñales organisieren mir noch eine Casa etwas außerhalb von Habana Vieja (Altstadt) und nach ca. 2 Stunden Fahrt begrüßt mich dort meine neue Gastgeberin für die nächsten 3 Nächte. Auch sie spricht maximal 5 Wörter Englisch, redet aber so viel auf mich ein (in Spanisch), dass wir uns dann doch gut verständigen können.

In den drei Tagen Havana gehe ich stundenlang und kilometerweit durch die kleinen Gassen der Altstadt und am Wasser entlang. Es gibt hinter jeder Ecke, auf jedem Balkon, in jedem Innenhof irgendetwas cooles zu entdecken, sei es Live-Musik, eine kleine Galerie, oder ein Obststand. Die Stadt ist zwar recht schmutzig, es ist laut, vieles ist heruntergekommen und jedes Haus ist wahrscheinlich baufällig, aber irgendwie macht genau das Havana aus. Die Stadt wirkt trotz all dem edel auf mich. Vor allem für Kunst und Musik Liebhaber hat diese Stadt richtig viel zu bieten.

Mein Lieblingslokal in Havana: „El Dandy“ am Plaza del Christo. Sehr gutes Essen, große Getränkekarte und gute Musik. Außerdem ist das Lokal gleichzeitig eine kleine Galerie mit lässigen Bildern von kubanischen Künstlern.

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Resümee

Nach nur einer Woche Kuba, sollte man auf keinen Fall irgendwelche Schlüsse ziehen und ich bin weit davon entfernt jetzt Kuba zu kennen oder sogar zu verstehen. Hier sind trotzdem ein paar Gedanken und Tipps:

  • Spanisch lernen! Man kommt auch problemlos mit Englisch gut durchs Land, aber jeder Satz, jeder Wortfetzen, macht die Reise um einiges wertvoller und auch stressfreier.
  • Vorausplanen! Internet ist in Kuba ein Fremdwort und deshalb sollte man sich schon zu Hause überlegen, was man alles sehen möchte oder wo man vielleicht unbedingt essen gehen will. Komplett ohne Plan (und ohne Reiseführer, so wie ich) muss man dann schon sehr ausdauernd und flexibel sein.
  • Zeit nehmen! Das gilt sowieso für jedes Land, aber speziell für Havana gilt: die Details genießen und nur nicht hudeln ;-)

Reiseroute

  • 2 Nächte Iberostar Playa Alameda VARADERO
  • Mit einem Sammeltaxi zuerst nach Havana, dann gleich weiter nach Viñales (Colectivo 40 CUC)
  • 2 Nächte in Casa Particular in Viñales
  • Mit Colectivo nach Havana (20 CUC)
  • 3 Nächte in Casa Particular in Havana