Trinkgeld im Urlaub

So geht beim Bezahlen nichts mehr schief

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Urlaubsguru Redaktion

Kevin | Online Editor

Ein schwarzes Tablett mit US-Dollar-Scheinen, Münzen und einer Restaurantrechnung liegt auf einem Holztisch neben einer weißen Tasse mit Untertasse und Löffel.
Rechnung und amerikanisches Trinkgeld im Restaurant auf dem Tisch.

Nach einem guten Essen oder einem freundlichen Service stellt sich im Urlaub oft dieselbe Frage: Wie viel Trinkgeld ist eigentlich richtig? Da sich die Gepflogenheiten von Land zu Land deutlich unterscheiden, haben wir bei Urlaubsguru die wichtigsten Infos für euch zusammengetragen.

Denn während nordeuropäische Länder hinsichtlich des Trinkgelds als sehr zurückhaltend gelten, wird die Höhe des "tip", wie die Engländer es nennen, je weiter man in Richtung Süden fährt, immer höher.

Wie viel Trinkgeld ist im Urlaub angemessen?

Wie viel Trinkgeld im Urlaub üblich ist, unterscheidet sich je nach Land und Region. Auf dieser Seite findet ihr die wichtigsten Trinkgeld-Regeln für Restaurants, Hotels, Taxis und weitere Dienstleistungen sowie praktische Tipps für euren nächsten Urlaub. Auf geht's!

Ein Kellner in schwarzer Weste und Fliege nimmt die Bestellung von einem lächelnden Mann im Anzug auf, der mit einer Frau an einem gedeckten Tisch sitzt.
Elegantes Dinner zu zweit im stilvollen Restaurant.

Trinkgeld in den Mittelmeerländern: Griechenland, Spanien & Co.

Wer seinen Urlaub in Griechenland, Frankreich, Spanien oder Italien verbringt, muss das Trinkgeld im Restaurant nicht zwingend direkt auf den Rechnungsbetrag aufschlagen. Seid ihr mit dem Service zufrieden, könnt ihr es auch einfach zusammen mit der Rechnung oder auf dem Tisch liegen lassen. In Griechenland und Spanien sind etwa 5 bis 10 Prozent Trinkgeld bei gutem Service üblich.

In Italien findet ihr auf der Restaurantrechnung häufig den Hinweis „Coperto“. Dabei handelt es sich um eine Gedeckgebühr für Brot und den gedeckten Tisch und nicht um ein Trinkgeld. Trotzdem freuen sich Servicekräfte über ein kleines zusätzliches Trinkgeld von ein bis zwei Euro oder das Aufrunden des Rechnungsbetrags. In Espressobars steht neben der Kasse häufig ein Trinkgeldglas, in das Gäste ihr Wechselgeld werfen können.

Eine dünne Pizza mit Rucola, Tomaten, Oliven und Schinken liegt auf einem Holztisch, umgeben von Wassergläsern und Händen, die mit Besteck essen.
Frisch belegte Pizza mit Prosciutto und Rucola im Lokal.

In Frankreich ist der Service oft bereits im Rechnungsbetrag enthalten („service compris“). Dennoch freuen sich Servicekräfte über ein kleines zusätzliches Trinkgeld, etwa indem ihr den Rechnungsbetrag aufrundet oder ein bis zwei Euro auf dem Tisch liegen lasst. Bei Taxifahrten sind das Aufrunden des Fahrpreises oder etwa 5 bis 10 Prozent Trinkgeld üblich.

Wenn ihr im Hotel einen Gepäckservice benötigt, dürft ihr dem Personal gerne 1-2€ pro Gepäckstück in die Hand drücken. Auch Reinigungskräfte freuen sich über ein Trinkgeld, angemessen sind beispielsweise 2-5€ pro Nacht. Wenn ihr euch fragt, wie viel Trinkgeld im Hotel bei Halbpension oder einer anderen Verpflegungsart üblich ist, bieten diese Richtwerte eine gute Orientierung.

Gerade im All Inclusive Urlaub in der Türkei fragen sich viele Urlauber, ob Trinkgeld erwartet wird. Die Antwort lautet: Ja. Vor allem das Hotelpersonal, das Reinigungsteam und Gepäckträger freuen sich über eine kleine Aufmerksamkeit von etwa 1 bis 2 Euro pro Tag beziehungsweise pro Gepäckstück.
Esst ihr außerhalb des Hotels in einem Restaurant oder Café, sind rund 10 Prozent Trinkgeld bei gutem Service gern gesehen. Auch bei Taxifahrten wird der Fahrpreis in der Regel auf den nächsten vollen Betrag aufgerundet. Praktisch ist außerdem der Satz „Üstü kalsın“ („Den Rest können Sie behalten.“), wenn ihr beim Bezahlen Trinkgeld geben möchtet. Damit zaubert ihr dem Servicepersonal garantiert direkt ein Lächeln ins Gesicht.

Trinkgeld im hohen Norden: Keine Notwendigkeit

In den skandinavischen Ländern Finnland, Norwegen und Dänemark hat das Thema "Trinkgeld" keinen hohen Stellenwert und der Service ist in der Rechnung meist direkt enthalten. Wenn ihr euch bei Zufriedenheit einfach freundlich bedankt, habt ihr schon alles richtig gemacht. Außerdem wird beispielsweise in Dänemark selbst der kleinste Betrag an Trinkgeld als Ausdruck der Zufriedenheit gedeutet - hier könnt ihr den Angestellten also ganz leicht eine kleine Freude bereiten. Der Service des Hotelpersonals ist in der Hotelrechnung meist enthalten, nichtsdestotrotz kann ebenfalls hier die Summe mit einem kleinen Trinkgeld aufgerundet werden.

Eine kleine Ausnahme bildet Schweden: Zwar ist Trinkgeld auch hier nicht verpflichtend, bei gutem Service sind in Restaurants jedoch etwa 5 bis 10 Prozent oder das Aufrunden des Rechnungsbetrags üblich. Auch das Reinigungspersonal im Hotel freut sich über ein kleines Trinkgeld von etwa 10 bis 20 Schwedischen Kronen pro Tag.

Mehrfarbige historische Huser mit vielen Fenstern und Caftischen stehen nebeneinander auf einem Platz, Menschen sitzen und gehen davor, der Himmel ist blau mit einigen Wolken.
Bunte Fassaden am Hauptplatz der Stockholmer Altstadt.

Soviel Trinkgeld gibt man in Ägypten und Tunesien

In Ägypten und Tunesien sind in Restaurants etwa 10 Prozent Trinkgeld üblich, sofern diese nicht bereits in der Rechnung enthalten sind. Sowohl im All Inclusive Urlaub in Ägypten als auch im All Inclusive Urlaub in Tunesien ist ein kleines Trinkgeld für Hotelpersonal, Reinigungskräfte und Gepäckträger eine gern gesehene Wertschätzung.

In Ägypten begegnet euch außerdem häufig der Begriff „Bakschisch“. Gemeint ist ein kleines Trinkgeld oder eine freiwillige Anerkennung für erbrachte Dienstleistungen. Vor allem Hotelpersonal, Gepäckträger, Reiseleiter oder andere Dienstleister freuen sich über einen kleinen Betrag von etwa 20 bis 50 Ägyptischen Pfund beziehungsweise umgerechnet rund 1 Euro, je nach Leistung.

Werdet ihr von Straßenhändlern oder selbst ernannten Helfern um Bakschisch gebeten, entscheidet ihr selbstverständlich selbst, ob ihr etwas geben möchtet. Bei Taxifahrten ist es außerdem üblich, den Fahrpreis auf den nächsten vollen Betrag aufzurunden.

Achtung Fettnäpfchen: Trinkgeld in Japan und China

In vielen asiatischen Ländern wie Japan, China, Vietnam oder auch im Malaysia Urlaub ist Trinkgeld nicht üblich. Guter Service gilt dort als selbstverständlicher Teil der Dienstleistung, sodass zusätzliches Geld häufig weder erwartet noch eingefordert wird. Vor allem in Japan kann ein Trinkgeld sogar für Verwirrung sorgen oder höflich zurückgegeben werden. In touristischen Regionen und internationalen Hotels wird ein kleines Trinkgeld dagegen teilweise akzeptiert.

Eine Ausnahme bildet Thailand. Hier ist ein kleines Trinkgeld bei gutem Service durchaus üblich. In Restaurants sind etwa 5 bis 10 Prozent angemessen, sofern kein Servicezuschlag berechnet wurde. Auch Hotelpersonal oder Taxifahrer freuen sich über einen kleinen zusätzlichen Betrag oder das Aufrunden des Fahrpreises.

Eine Person hält Stäbchen über einem Teller mit Sushi, umgeben von kleinen Schalen mit Sojasauce, Suppe, Krabben und weiteren Speisen.
Frisches Sushi und Meeresfrüchte auf japanischer Tafel.

Trinkgeld in England und Irland - in Pubs verpönt

Steht auf eurer Rechnung in Irland oder England der Hinweis „Service charge“, ist das Trinkgeld für den Service bereits ganz oder teilweise im Rechnungsbetrag enthalten. In diesem Fall könnt ihr den zusätzlichen Betrag entsprechend geringer ausfallen lassen oder ganz darauf verzichten. Ist keine Service Charge ausgewiesen, sind etwa 10 bis 15 Prozent Trinkgeld in Restaurants üblich.

Während "tips" in Restaurants zum guten Ton gehören, sind sie in klassischen Pubs sogar unerwünscht. Stattdessen könnt ihr das Barpersonal auf ein Getränk einladen. Mit der Redewendung „And one for yourself?“ signalisiert ihr dem Barkeeper, dass er sich den Gegenwert eines Getränks als Trinkgeld behalten darf. Tatsächlich bestellt wird das Getränk heute meistens nicht mehr.
Bei Taxifahrten reicht es in der Regel aus, den Fahrpreis auf den nächsten vollen Betrag aufzurunden.

USA - Ein Tipp für den richtigen Tip

Kommen wir nun zu den USA: Hier hat Trinkgeld einen besonders hohen Stellenwert und ist ein fester Bestandteil der Servicekultur. In Restaurants sind 15 bis 20 Prozent des Rechnungsbetrags üblich, bei sehr gutem Service auch mehr. Das Trinkgeld wird in der Regel erst beim Bezahlen auf den Rechnungsbetrag aufgeschlagen – entweder auf dem Beleg oder direkt am Kartenlesegerät.

Ausnahmen gibt es dennoch: Tankwarte erwarten in der Regel kein Trinkgeld. Packt euch im Supermarkt ein Mitarbeitender die Einkäufe ein oder trägt sie sogar bis zum Auto, sind ein bis zwei US-Dollar hingegen eine nette Geste als Dankeschön.

Vier junge Frauen sitzen an einem Tisch in einem Restaurant, essen Burger mit Pommes und trinken dunkle Getränke, während sie miteinander lachen.
Gemeinsames Essen mit Burgern und Pommes im Restaurant.

Im Hotel freuen sich Pagen über etwa 1 bis 2 US-Dollar pro Gepäckstück. Für das Reinigungspersonal sind rund 2 bis 5 US-Dollar pro Nacht üblich. Legt das Trinkgeld am besten gut sichtbar mit einer kurzen Notiz wie „Thank you“ auf das Kopfkissen oder den Nachttisch, damit auch direkt klar ist, dass es für das Housekeeping bestimmt ist.

Trinkgeld in Österreich und der Schweiz - hier wird aufgerundet

In Österreich sind in Restaurants etwa 5 bis 10 Prozent Trinkgeld oder das Aufrunden des Rechnungsbetrags üblich. Meist nennt ihr beim Bezahlen einfach den Gesamtbetrag inklusive Trinkgeld. Für Gepäckservice und Reinigungspersonal im Hotel sind etwa 1 bis 2 Euro pro Service beziehungsweise pro Tag eine nette Geste.

In der Schweiz ist der Service in Restaurants bereits im Preis enthalten. Dennoch freuen sich Servicekräfte über ein freiwilliges Trinkgeld. Seid ihr also besonders zufrieden, könnt ihr den Rechnungsbetrag zum Beispiel einfach aufrunden oder bei besonders gutem Service einige Franken zusätzlich als Trinkgeld geben.
Für den Gepäckservice sind etwa 1 bis 2 Schweizer Franken pro Gepäckstück üblich, das Reinigungspersonal freut sich über 2 bis 5 Franken pro Tag.

Freiwilliges Dankeschön: Trinkgeld in Deutschland

Zum Schluss werfen wir noch einen Blick auf Deutschland. Trinkgeld ist hier zwar keine Pflicht, gilt aber als Wertschätzung für guten Service. In Restaurants sind etwa 5 bis 10 Prozent oder das Aufrunden des Rechnungsbetrags üblich. Meist nennt ihr beim Bezahlen einfach den Gesamtbetrag inklusive Trinkgeld. Bezahlt ihr mit Karte, könnt ihr das Trinkgeld in der Regel auch direkt über das Kartenlesegerät geben oder alternativ in bar auf dem Tisch hinterlassen.

Eine Bedienung serviert einem Paar in Tracht einen Teller mit Salat, Tomaten und Zwiebeln, auf dem Tisch stehen Gläser mit Bier.
Traditionelle Schmankerl und Bier im gemütlichen Wirtshaus serviert.

Auch im Hotel in Deutschland ist Trinkgeld eine nette Geste. Das Reinigungspersonal freut sich über 1 bis 2,50 Euro pro Tag. Bei einem Kurztrip könnt ihr das Trinkgeld am Ende eures Aufenthalts im Zimmer hinterlassen. Bleibt ihr mehrere Nächte, empfiehlt es sich, den Betrag regelmäßig zu geben, damit das Trinkgeld direkt den Mitarbeitenden zugutekommt, die euer Zimmer gereinigt haben. Legt das Geld am besten gut sichtbar mit einer kurzen Dankesnotiz auf das Kopfkissen oder den Nachttisch.