Während Flugreisen freuen sich viele auf eine Sache: Duty-free am Airport. In den Shops der Flughäfen gibt es Parfüm, Tabak, Spirituosen und Designermarken zu abgabefreien Preisen. Doch es gibt zwischen den Duty-free-Shops in den verschiedenen Ländern große Unterschiede. Ich bin der Sache auf den Grund gegangen und zeige euch die Unterschiede.

Duty Free at Ataturk Airport, Istanbul
Foto: iStock.com/Anna Bryukhanova

Was bedeutet Duty-free?

Duty-free bedeutet ins Deutsche übersetzt „zollfrei“. Zollfrei heißt, dass zu den Warenpreisen keine Zollgebühren, Mehrwert- und Verbrauchersteuer hinzukommen. Bis vor einigen Jahren galt das für Reisen innerhalb und außerhalb Europas. Seit dem 01. Juli 1999 gibt es eine andere Regelung für Reisen innerhalb Europas. Ihr könnt nicht mehr steuerfrei am Airport einkaufen. Aus diesem Grund heißen viele Läden statt Duty-free-Shops jetzt Travel Value & Duty Free. Viele Händler stufen seitdem die Preise der Waren selber ein. Zwar gibt es hier viele Artikel zum günstigen Preis, die richtigen Duty-free-Angebote gibt es aber ausschließlich bei Reisen außerhalb der EU. Auch hier müsst ihr vorsichtig sein. Wenn ihr beispielsweise aus einem Land außerhalb der Europäischen Union zurückkehrt und umsteigen müsst, müsst ihr erneut durch die Sicherheitskontrolle. Hier können euch die Kontrollen aufgrund der verschärften EU-Regeln für die Mitnahme von Flüssigkeiten einen Strich durch die Rechnung machen. Trotz der vielen Kritik ist das Duty-free-Shoppen bei vielen Reisenden extrem beliebt. Egal ob in Österreich, Spanien oder Amerika. Zudem belegen viele Studien, dass ihr in diesen Shops bei bis zu 90% der Waren viel Geld sparen könnt. Ich empfehle euch, die Preise trotzdem zu vergleichen, beispielsweise im Internet. Nicht jedes Angebot ist Schnäppchen.

Jeder Duty-free-Shop hat seine eigenen Preise

Ähnlich wie die verschiedenen Supermärkte haben die Flughäfen unterschiedliche Preise in den Duty-free-Shops. Je nachdem von welchem Flughafen ihr abfliegt, können die Preise variieren. Innerhalb der EU variieren die Preise beispielsweise auch abhängig vom Produkt und Shop-Inhaber. In Amsterdam sind beispielsweise viele Produkte überdurchschnittlich günstig. In Barcelona im Vergleich extrem teuer. Wer auf der Suche nach Kosmetika ist, sollte in Großbritannien die Augen aufhalten. Vor allem in London schneiden die Kosmetik-Produkte extrem gut ab. Das ist in Barcelona und vielen italienischen Flughäfen nicht der Fall. In London sind die Tabakwaren teurer. In Dänemark lohnt es sich, die Süßigkeiten am Airport zu kaufen. Kosmetik-Produkte sind hier nicht günstiger.

Viele von euch kennen die große Toblerone-Packung, die es in vielen Shops der Flughäfen gibt. Ihr denkt, diese Vorteilspackung muss günstiger sein als in diversen Kaufhäusern. Das ist nicht der Fall. Die große Verpackung täuscht, preislich gibt es keinen Vorteil. Anders sieht es bei Tabakwaren aus. Sie sind an den meisten Flughäfen viel günstiger. Von Land zu Land gibt es bezüglich Zigaretten und Tabakwaren große Unterschiede. Vor allem in den östlichen Regionen spart ihr jede Menge. In den USA haben bis auf Süßwaren die Mehrheit der Produkte preismäßig extrem gut abgeschnitten. Achtet darauf, dass ihr hier nicht in die Duty-free-Falle tappt. Bei Langstreckenflügen gilt für Umsteiger: Aufgepasst mit dem Handgepäck bei erneuten Sicherheitskontrollen innerhalb der Europäischen Union. Die gekauften Spirituosen in der 1-Liter-Flasche müsst ihr ins aufzugebende Gepäck verstauen. Die Versiegelung durch die Shops wird ausschließlich für Käufer in europäischen Duty-free-Shops anerkannt.

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Foto: Tooykrub/Shutterstock.com

Spezifische Mengen- und Wertgrenzen

Wer entweder im Reiseland oder am Flughafen nochmal richtig zugreifen will, sollte die Freigrenzen sowie die Aus- beziehungsweise Einfuhrverbote beachten. Denn am Zoll nachzahlen kann teuer werden und somit ist das Ersparte schnell weg. Für Tabakwaren gilt aktuell: wenn der Einführende 17 Jahre alt oder älter ist, darf er 200 Zigaretten, 100 Zigarillos, 50 Zigarren oder 250 Gramm Rauchtabak mitbringen. Bei Alkohol gilt ebenfalls eine bestimmte Grenze, wenn der Einführende 17 Jahre alt oder älter ist. Ihr dürft bis zu 16 Liter Bier mitnehmen. Bei Spirituosen und ähnlichen alkoholischen Getränken sind es je nach Alkoholgehalt zwischen ein und vier Liter. Auch bei Kraftstoffen und Arzneimitteln solltet ihr die Mengen- und Wertgrenzen im Auge haben.

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Foto: nodff/Shutterstock.com

Andere Zoll-Richtlinien innerhalb der EU

Bei Reisen innerhalb der EU sind die Beschränkungen weniger streng. Bestimmte Waren wie Arznei- und Betäubungsmittel oder Feuerwerkskörper unterliegen in Österreich gewissen Genehmigungspflichten oder sind verboten. Was den persönlichen Bedarf angeht, dürft ihr viele Waren innerhalb der EU abgabenfrei und ohne weitere Zollformalitäten nach Österreich mitbringen. Ausnahmen sind beispielsweise die Kanaren oder die britischen Kanalinseln, für die abweichende Freimengen gelten. Aber auch innerhalb der EU gibt es Ausnahmen. Als Beispiel: Wenn ein Reisender verdächtig große Mengen mit sich führt, bestehen Zweifel an einer rein privaten Verwendung.

Für diesen Fall gelten für verbrauchersteuerpflichtige Waren (wie beispielsweise Genussmittel) ebenfalls spezifische Richtlinien. Somit dürft ihr innerhalb der EU nicht mehr als 800 Zigaretten, sprich vier Stangen, oder nicht mehr als zehn Liter Spirituosen mitführen. Für genauere Infos schaut auf bmf.gv.at/zoll vorbei. Duty-free ist an vielen Flughafen verlockend. Achtet trotzdem grundsätzlich auf die jeweiligen Richtlinien.

Mein persönliches Fazit: Duty-free-Shopping kann sich lohnen, muss aber nicht. Schaut euch am besten die Preise eurer gewünschten Produkte vorher in eurem Heimat- oder Reiseland an.

 

Headerbild: iStock.com/Anna Bryukhanova

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