In ein paar Tagen ist wieder Ostern und die ganze Welt feiert die Auferstehung Christi. Doch die Ostertraditionen sind nicht überall auf der Welt dieselben – während bei uns der Osterhase zum Osterfest dazugehört wie der Nikolaus zu Weihnachten, gibt es in anderen Ländern stattdessen bettelnde Osterweiber und Strohpuppen. Ich habe für euch mal die weltweit verschiedensten Ostertraditionen zusammengefasst.

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Italien: Trauerzüge und Ostertorte

Wer zu Ostern nach Italien reist, erlebt dort eine Osterstimmung wie kaum anderswo auf der Welt. Am Karfreitag wird fast überall ein Kreuz durch die Straßen getragen, das als Symbol für das Leid Christi dient. Es gibt viele religiöse Märsche, sogennante Prozessionnen, durch das ganze Land. Am Ostersonntag spricht im Vatikan dann der Papst persönlich den Segen „Urbi et orbi“ für die Stadt und den Erdkreis aus. Viele Menschen reisen extra nur dafür nach Rom um dem Oberhaupt der Kirche nah zu sein. Während am Ostersonntag eine sogenannte Ostertaube gefrühstückt wird, verzehren die Italienier am Ostermontag traditionell eine pikante Ostertorte, die aus Eiern und Spinat besteht.

Spanien: Mystische Rituale und spanische Leckereien

Auch die Spanier sind sehr gläubig und trauern besonders hingebungsvoll um den Tod Jesus Christus. Die Karwoche vor Ostern ist durch zahlreiche Prozessionen, Passionsspiele und Festumzüge geprägt. Die Teilnehmer der Umzüge sind oft mit spitzen Kapuzen vermummt und tragen Jesus- und Heiligenfiguren durch die Straßen. Am Ostersonntag werden überall Strohpuppen verbrannt, die Judas symbolisieren und auch die Ankuft Jesu als Engel wird vielerorts in Spanien aufgeführt. Nach dem Ritual darf dann auch ordentlich geschlemmt werden. Zum Ostersonntag gibt es ein Lammgericht und am Ostermontag wird die „Mona de Pasqua“ gebacken – ein Osterkringel aus Hefeteig, dekoriert mit hart gekochten Eeiern.

Skandinavien: Schläge und bettelnde Osterweiber

Das Ostergeschehen in Finnland zeichnet sich vor allem durch Hiebe und fröhliche Umzüge aus. Am Sonntag vor Ostern hagelt es mit einer Birkenrute leichte Schläge für die besten Freunde, die Glück bringen sollen. Sie erinnern an die Palmwedel, mit denen Jesus in Jerusalem empfangen wurde. Am Ostersonntag wird bei den Umzügen dann ordentlich Lärm gemacht, denn das soll die bösen Geister vertreiben und den Frühling willkommen heißen. Auch in Schweden geht es laut zu, neben Umzügen wird hier auch mit Feuerwerkskörpern gefeiert. Besonders lustig: am Karsamstag verkleiden sich die Schweden mit langen Röcken und Kopftüchern als Osterweiber und betteln an den Türen um Süßigkeiten. Am Ostersonntag besteht das Festessen aus Ei und Hering. In Schweden bringt aber nicht der Osterhase die Eier, sondern das Osterküken.

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USA: Rollende Ostereier und imposante Osterparaden

Im Gegensatz zu Europa ist der Ostermontag in den USA kein offizieller Feiertag, doch gefeiert wird natürlich trotzdem. Die Tradition der Ostereiersuche wurde von den Briten in die USA gebracht und läuft hier etwas anders ab. Zwar werden hier ebenfalls bunte Eier im Garten gesucht, jedoch werden sie meistens einen Hügel hinunter gerollt. Das Herunterrollen soll den Grabstein Jesu symbolisieren, der am Tag nach der Auferstehung ebenfalls vom Grabe gerollt sein soll. Besonders imposant ist die Osterparade auf der Fifth Avenue in New York, wo sich die Amerikaner als Osterhasen verkleiden und mit blumengeschmückten Osterwagen durch die Straßen fahren. Berühmt ist auch das „White House Easter Egg Roll“, wo Kinder vor dem weißen Haus in Washington Eier suchen und diese mit einem Stock voran rollen. Als Geschenk gibt es dann noch Holzostereier mit der Unterschrift des Präsidenten.

Russland: Gottesdienst und traditionelles Osterfrühstück

Ostern ist in Russland der höchste religiöse Feirtag und wird auch dementsprechend groß gefeiert. Während der Prozession zu Beginn des Ostergottesdienstes zieht die Gemeinde mit Kreuzen und Kerzen um die Kirche. Vor allem die Fastenzeit wird sehr streng genommen, doch umso üppiger wird danach geschlemmt. Beim traditionellen Osterfrühstück am Sonntag gibt es Eier und dazu Pascha, eine gehaltvolle pyramidenförmige Quarkspeise sowie Kulitsch, einen sehr reichhaltigen Osterkuchen.

Bulgarien: Osterbrot und Eierkampf

Auch in Bulgarien ist Ostern ein wichtiger religiöser Feiertag. Ein weit verbreiteter Osterbrauch ist, dass die älteste Frau im Haushalt mit dem ersten rot gefärbten Ei allen Kindern des Hauses über das Gesicht streicht. Das soll Gesundheit und Stärke verleihen. Sehr wichtig ist auch das Osterbrot, das von unverheirateten Mädchen gebacken wird und aus Eiern, Zucker und Früchten besteht. Doch viele können es sich heutzutage zeitlich nicht mehr leisten, das aufwendige selber Brot zu backen, deswegen wird es meistens nur gekauft. Ein sehr beliebter Osterbrauch ist der Eierkampf, wo die Eier solange mit den Spitzen gegeneinander geschlagen werden, bis eines zerbricht. Der Verlierer muss dann zur „Strafe“ das ganze Ei aufessen.