Weltweit werden Reisewarnungen ausgesprochen, viele Länder schließen ihre Grenzen: Das Coronavirus macht es uns momentan nicht leicht, uns auf eine Reise zu freuen. Die meisten stellen sich nun die Frage: Was mache ich mit meiner Reise, die bereits geplant ist? Aus diesem Anlass habe ich euch wichtige Infos und Tipps zu diesem Thema zusammengeschrieben.

Ob ihr eure Reise selbst stornieren oder abwarten sollt, hängt vom Datum, der Reiseart und der Destination ab. Verschiedene Szenarien habe ich hier aufgeschrieben und gebe euch die Hilfestellung bzw. einen Tipp dazu. In erster Linie ist es aber immer wichtig, auf euer Bauchgefühl zu hören. Riskiert ihr es abzuwarten und beobachtet die Situation? Oder denkt ihr, dass es besser wäre, doch schnellstmöglich zu stornieren? Damit ihr nicht unbedingt auf den Kosten sitzen bleibt, lohnt es sich oftmals auf News und Infos der Reiseveranstalter, Reisebusanbieter, der Fluggesellschaften oder der Hotels zu warten. Lest weiter, um mehr zu erfahren.

Pauschalreisen

Immer mehr Reiseveranstalter geben mit der Zeit bekannt, dass die Reise nicht stattfindet und erstatten den Reisenden das Geld von ihrer Seite aus zurück. Aufgrund der aktuellen Lage gibt es mittlerweile weltweit Reisewarnungen und viele Länder lassen keine Personen aus dem Ausland einreisen.

Wenn sich die Pauschalreise im Gefahrengebiet befindet, könnt ihr laut EVZ kostenlos vom Vertrag zurücktreten. Die Reise muss aber unmittelbar bevorstehen und nicht erst in ein paar Wochen oder Monaten stattfinden. Außerdem müsst ihr die Reise vor Bekanntwerden der Epidemie gebucht haben. Um stornieren zu dürfen, ist eine Reisewarnung des Außenministeriums nicht zwingend erforderlich. Wenn dies auf euch zutrifft, kontaktiert euren Reiseveranstalter und nutzt den Musterbrief vom Konsumentenschutz.

HOFER Reisen, Ruefa und TUI bieten beispielsweise ein kostenloses Storno für Reisen bis Anfang oder Mitte April an.

Wenn eure Reise allerdings erst nach März stattfindet, empfehle ich euch, abzuwarten. Es könnte sein, dass die Reise seitens des Veranstalters storniert wird oder ihr eine kostenlose Umbuchungsmöglichkeit erhaltet. Bevor ihr also die Stornierung von eurer Seite anfordert und auf den Kosten sitzen bleibt, habt noch ein wenig Geduld. Das erspart euch meistens Geld, Zeit und Nerven: Denn die Service-Center sind momentan ziemlich ausgelastet. Lest auch regelmäßig die Informationen auf der Webseite eures Reiseveranstalters durch, um up to date zu sein.

Aktuelle Beispiele:

Die TUI  sagt vorerst alle Pauschalreisen und Kreuzfahrten bis zum 23. April 2020 ab und erstattet den Kunden das Geld zurück.

DER Touristik wird alle bevorstehenden Reisen bis und mit Abreise 29.März 2020 nicht mehr durchführen. Das gilt für alle Marken von DER Touristik. Außerdem bietet der Reiseveranstalter ein kostenfreies Storno bis 30. April 2020 an und eine kostenlose Umbuchung für Reisen bis zum Reisedatum 31.05.2020.

 

Weitere Reiseveranstalter, die eine kostenfreie Stornierung oder Umbuchung anbieten:

Informiert euch in diesem Fall auf Webseite eures Reiseveranstalters, um mehr zu erfahren.

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Individualreisen

Bei individuell gebuchten Reisen ist das Stornieren  leider ein bisschen schwieriger. Hier gilt: Nur wenn Fluggesellschaften, Reisebusanbieter, Züge und Hotels die Leistung nicht erbringen können, dann verzichten sie auf Stornokosten. Auch wenn beispielsweise der Zielort von Behörden gesperrt worden ist, kann der Transport oder die Übernachtung nicht gewährleistet werden und ihr könnt kostenlos stornieren. Aber auch in diesem Fall kommen in der Regel die Hoteliers, die Airlines oder die Busfirmen auf euch zu und melden schriftlich oder telefonisch, dass sie die Leistung nicht erbringen können.

Wenn die Reise in wenigen Tagen stattfindet und ihr keine Info erhalten habt, versucht mit den Anbietern Kontakt aufzunehmen, um einen kostenlosen Rücktritt zu erreichen. Sollte ein Storno nicht möglich sein, könnt ihr euch eventuell darauf einigen, die Reise zu verschieben oder eine Entschädigung in Form eines Wertgutscheins zu erhalten oder Ähnliches. Ihr könnt beispielsweise auch angeben, dass ihr ein gesundheitliches Risiko durch eine Vorerkrankung oder des Alters habt, wenn ihr unter den Umständen in ein Risikogebiet einreist.

Am einfachsten ist es, wenn eure Hotelbuchung ein kurzfristiges Storno bis zu 24 Stunden vor der Ankunft zulässt. Dann macht von dieser Option Gebrauch und holt euch zumindest das Geld für die Übernachtung zurück.

Grundsätzlich ist es wichtig, mit den Anbietern in Ruhe zu reden und zu verhandeln. Sie wollen schließlich in den meisten Fällen auch, dass ihr wieder bei ihnen bucht und nicht als wütender Kunde zurückgelassen werdet.

Umbuchungen bei Fluglinien

Immer mehr Fluggesellschaften bieten den Kunden die Möglichkeit, ihre Flüge auf ein neues Datum zu verschieben. So auch die Lufthansa-Group-Airlines (Lufthansa, Swiss, AUA, Brussels Airlines und Air Dolomiti), die ab sofort flexible Umbuchungsmöglichkeiten anbietet. Diese Kulanzlösung gilt für neu gebuchte und bestehende Flüge. Das betrifft bestehende Buchungen bis zum  5. März und einem Abflugdatum bis zum 30. April 2020. Unabhängig vom Buchungstarif  könnt ihr einmal ohne Umbuchungsgebühr auf ein neues Datum bis zum 31. Dezember 2020 umbuchen. Für neu gebuchte Flüge verzichten die Airlines bis zum 31. März auf Umbuchungsgebühren. Auch andere Airlines bieten an, den Flug auf ein neues Datum zu verschieben oder gar zu stornieren, lest euch dazu meinen Artikel zum Thema Coronavirus und Reiseverkehrsmittel durch.

Es gibt aber auch einige Airlines, die das Coronavirus als „außergewöhnlichen Umstand“ bezeichnen und somit keine Storno- und Umbuchungsoptionen anbieten.

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Wenn das alles nicht hilft, werdet ihr, wenn ihr die Reise nicht antreten könnt oder wollt, die Kosten für das Storno leider tragen müssen. Wie viel ihr dafür blechen müsst, hängt von den Stornobedingungen im Vertrag und dem Zeitpunkt der Stornierung ab. Je näher die Reise rückt, desto teurer wird es. Prüft auf jeden Fall sorgfältig die Vertragsbedingungen des Reiseveranstalters.

Bis 30 Tage vor Beginn der Reise betragen die Stornogebühren bei gestaffelten Tarifen in der Regel 20% bis 30% der Buchungskosten. Kurz vor Reisebeginn können die Stornokosten bis zu 90%t betragen. Wenn sich die Gefahrensituation bis kurz vor Reiseantritt verschlimmert, könnt ihr auf einen kostenlosen Reiserücktritt bestehen. Am besten argumentiert ihr mit Wegfall der Vertragsgrundlage aufgrund der veränderten Situation.

Falls ihr weitere reiserechtliche Fragen habt, ruft am besten unter der Telefonnummer 0800 201 211 an.

Desweiteren helfen euch eventuell folgende Links weiter:

 

Ich hoffe, das sich euch mit diesen Tipps ein bisschen weiterhelfen konnte und wünsche euch viel Erfolg beim Stornieren und Umbuchen. Falls ihr so eine Situation bereits erlebt habt, erzählt mir von euren Erfahrungen in den Kommentaren.

Bis sich die Coronavirus-Lage beruhigt hat, könnt ihr euch für die nächsten Reisen in meinem Reisemagazin inspirieren lassen. Jetzt ist die Zeit, zu träumen, sich eine Liste zu schreiben und sich darauf zu freuen, bald wieder die Welt bereisen zu können. :-)

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