Europa bietet so viel Abwechslung und Vielfältigkeit wie kein anderer Kontinent. Unterschiedliche Kulturen, Sprachen und zahlreiche sehenswerte Städte – hier gibt es so einiges zu entdecken. Doch mal ganz ehrlich – klassische Touristen Ziele wie Paris, Rom oder London hat fast jeder schon einmal gesehen! Warum also nicht mal ein paar neue, weniger bekannte Orte in Europa entdecken? Ich habe mal ein bisschen recherchiert und 10 alternative europäische Städte für euch rausgesucht, die auf jeden Fall eine Reise wert sind.

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Dubovnik gehört zu den schönsten Küstenstädten in Europa.

Valletta – Die kleinste Hauptstadt der EU

Die maltesische Hauptstadt Valletta mag vielleicht die kleinste Hauptstadt der EU sein, aber sie hat trotzdem so einiges zu bieten. Die Stadt, die seit 1980 zum UNESCO Weltkulturerbe zählt, ist wie ein einziges großes Freiluftmuseum. Angefangen bei den massiven Festungsmauern bis hin zur wunderschönen Altstadt – hier gibt es so einige historische Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Immerhin blickt Valletta auch auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Nachdem Malta sich im Jahr 1565 gegen 40.000 osmanische Soldaten behaupten konnte, wurde die Hauptstadt in eine regelrechte Festung verwandelt. Dicke Felsmauern und tiefe Verteidigungsgraben sollten Malta vor zukünftigen Angriffen schützen. Viele Jahre blieb der Inselstaat auch unbezwungen, bis sie im Jahr 1798 kampflos an Napoleon übergeben wurde. Doch nur wenige Jahre später eroberten die Malteser ihr Land zurück und wurden im Jahr 1974 zur unabhängigen Republik erklärt. Heute ist Valletta eine Geschäfts- und Einkaufsstadt, die viele Besucher anlockt. Es gibt viele kleine Cafés, Restaurants und öffentliche Gärten, die zum verweilen einladen. Außerdem finden hier jährlich verschiedene Veranstaltungen wie z.B. das Fireworks Festival, die Isle of MTV und die Kulturnacht „Notte Bianca“ statt. Nicht zu vergessen wurde Valletta zur Kulturhauptstadt des Jahres 2018 ernannt.

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Breslau – Polens Geheimtipp

Zugegeben, die polnische Stadt Breslau ist wahrscheinlich nur Insidern ein Begriff aber genau deswegen solltet ihr unbedingt mal hinfahren. Die viertgrößte Stadt Polens zählt nämlich zu den dynamischsten und modernsten Städten des Landes. Das beweist auch die Tatsache, dass Breslau neben dem spanischen San Sebastian, die Kulturhauptstadt 2016 ist. Obwohl es hier viel zu entdecken gibt, wird die polnische Stadt oft stark unterschätzt. Dabei ist die Studentenstadt Breslau gerade für junge Leute das perfekte Reiseziel. Was ihr hier entdecken könnt? Besonders schön ist die Altstadt, die am Ende des Zweiten Weltkrieges fast komplett zerstört war und heute im neuen Glanz erstrahlt. Hier findet ihr unter anderem das prächtige Rathaus, das mit zahlreichen Ornamenten und einer astronomischen Uhr aus dem Jahr 1580 geschmückt ist. Die beste Aussicht bietet der Turm der gotischen Kirche St. Elisabeth. Sehenswert ist auch der Marktplatz, der von schönen Bürgerhäusern im gotischen und barocken Stil umgeben ist. Eines der bekanntesten Bauwerke der Stadt ist die Jahrhunderthalle aus dem Jahr 1913, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. So richtig lebendig ist die Stadt am Abend, wenn die Studenten die Cafés und Bars füllen.

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Marseille – Die charmante Hafenstadt

Rau und charmant zugleich – so könnte man die französische Hafenstadt Marseille wohl am besten beschreiben. Wer schon oft in Paris war und mal eine andere französische Stadt entdecken möchte, könnte sich in Marseille wohlfühlen. Hier erwartet euch ein maritimes Flair und eine Altstadt mit engen Gassen, die nur darauf warten von euch entdeckt zu werden. Das pulsierende Herz der Stadt ist der alte Hafen, wo man unzählige Restaurants mit frischem Fisch und regionalen Spezialitäten findet. Nördlich des alten Hafens befindet sich das Quartier du Panier, das älteste Viertel der Stadt. In dem schönen Viertel rund um das barocke Rathaus findet ihr viele kleine Vintage-Läden, Boutiquen und Galerien. Etwas schicker geht’s auf der historischen Canebière Straße zu, die man mit der Champs-Elysées in Paris vergleichen kann. Wer die Straße bis zum Ende durchläuft, kommt am alten Hafen an. Ebenfalls sehenswert ist die neubyzantinische Kirche Notre-Dame-de-la-Garde mit der Marienfigur auf dem Glockenturm. Von hier aus habt ihr auch einen atemberaubenden Blick auf die Stadt, also unbedingt raufgehen! Das hippste Viertel in ganz Marseille ist Cours Julien. Das verrückte Künstlerviertel ist voller Straßencafés, Designer Läden und Bars. Allein die wunderschönen bunten Häuser sind absolut sehenswert.

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Dubrovnik – Die Perle der Adria

Nicht umsonst wird Dubrovnik als die „Perle der Adria“ bezeichnet. Die malerische Altstadt, die kleinen verwinkelten Gassen und das glasklare Wasser machen die kleine Stadt zu einem absoluten Traumziel. Das wissen auch Superstars wie Beyoncé, Sharon Stone oder Robert de Niro, die schon mal in Dubrovnik Urlaub gemacht haben. Im Gegensatz zu anderen Zielen in Dalmatien ist die kleine Stadt aber verhältnismässig teuer und verfügt über eine gut ausgebaute touristische Infrastruktur. Wenn ihr nach Dubrovnik wollt, müsst ihr also etwas tiefer in die Tasche greifen. Doch das lohnt sich definitiv, denn die schöne Stadt an der Adria hat so einiges zu bieten. Ein absolutes Highlight ist die Altstadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Spaziert durch die engen Gassen und lasst euch vom Charme der Stadt verzaubern. Ihr solltet unbedingt auch einen Rundgang auf der alten Stadtmauer machen, denn von hier aus habt ihr einen atemberaubenden Blick auf die Stadt und das Meer. Die Schönheit der Stadt ist auch den Produzenten von „Game of Thrones“ nicht entgangen, ganze vier Staffeln der Serie wurden in Dubrovnik gedreht. Für alle Fans, die die Originaldrehorte besuchen wollen, werden auch eigene Führungen angeboten.

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Sarajevo – Das Jerusalem von Europa

Die bosnische Hauptstadt Sarajevo war in der Vergangenheit Schauplatz von dramatischen Ereignissen wie z.B. der Belagerung während des Bosnienkriegs. Auch wenn die Narben der Geschichte noch heute zu sehen sind, hat es die Stadt geschafft sich einigermaßen zu erholen. Obwohl Sarajevo auf eine bewegte Vergangenheit blickt, leben genau an diesem Ort heute viele Völker und Religionen friedlich nebeneinander her. Im Zentrum reihen sich Moscheen, Kirchen und Synagogen aneinander, weshalb die Stadt auch den Beinamen „Klein Jerusalem“ trägt. Nirgends gibt es so eine starke Verschmelzung von verschiedenen Religionen Kulturen wie hier. Die Innenstadt lässt sich am besten zu Fuß erkunden und bietet viele tolle Sehenswürdigkeiten, die ihr euch nicht entgehen lassen solltet. Die Sehenswürdigkeit schlechthin ist der Baščaršija-Platz im osmanisch geprägten Teil der Altstadt. Besonders der Sebilj-Brunnen, der auf dem Platz steht, ist ein beliebtes Fotomotiv. Zwischendurch solltet ihr euch auch in eines der vielen Cafés setzen und einen bosnischen Kaffee probieren. Ein weiteres Must-See ist die Lateinerbrücke, wo sich das Attentat auf Franz Ferdinand ereignete. Hier gibt es auch eine kleine Gedenktafel und ein Museum. Eine der besten Aussichtspunkte der Stadt ist der gelbe Bastion.

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Girona – Die geheime Schönheit Kataloniens

Ihr seid große Fans von Barcelona aber findet die Touristenmassen dort zu nervig? Dann solltet ihr unbedingt mal nach Girona, denn die kleine Stadt im Nordosten Kataloniens bietet mindestens genauso viel Charme wie der Touristenliebling Barcelona. Hier findet ihr beispielsweise eine der schönsten Kirchen Spaniens, die Kathedrale Santa Maria. Die Fertigstellung der Kathedrale dauerte fast ein halbes Jahrtausend, weswegen man auch Merkmale aus drei verschiedenen Epochen erkennen kann. Besonderes Highlight sind aber die Treppen, die erst im 17. Jahrhundert dazugebaut wurden. Sehenswert ist auch die Stadtmauer, die sehr gut erhalten ist und einen tollen Blick über die Altstadt bietet. Am schönsten ist ein Spaziergang abends, wenn die Mauer beleuchtet wird und fast schon mystisch wirkt. Wie in Barcelona, gibt es auch in Girona viele schöne, antike Läden, wo ihr Einzelstücke ergattern könnt. Wenn ihr durch die Altstadt schlendert, könnt ihr viele schöne Plätze entdecken, die in keinem Reiseführer stehen. Girona ist voller verborgener Schätze, die sich zu entdecken lohnen. Ab Barcelona braucht ihr mit dem Auto etwa 1 Stunde nach Girona. Falls ihr also länger in der katalanischen Hauptstadt verweilt, solltet ihr auch einen Ausflug nach Girona machen.

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Bologna – Die Universitätsstadt von Italien

Wenn es einen Ort gibt, an dem ihr leckeres italienisches Essen bekommen könnt, dann ist das Bologna. In der Universitätsstadt gibt es zahlreiche klassische Trattorias mit unwiderstehlichen regionalen Speisen. Doch das ist natürlich noch lange nicht alles. Bologna hat zudem eine der schönsten und besterhaltenen Altstädte Europas sowie die älteste Universität der westlichen Welt. An der Universität Bologna studieren heute ca 100.000 Studenten. Die Stadt hat sogar den Beinamen „La Dotta“, also die Gelehrte. Neben tollem Essen und einer erstklassigen Universität bietet Bologna auch etwas für Motorsportfans. Hier gibt es nämlich zahlreiche Museen, in denen ihr die Werke von Ducati, Maserati, Lamborghini und Ferrari bewundern könnt. Wenn Museen nicht so euer Ding sind, könnt ihr auch auf den Straßen so einiges entdecken. Einer der schönsten Plätze in Bologna ist der Piazza Maggiore, der durch die Basilika San Petronio, den Palazzo Communale und den Palazzo del Podesta dominiert wird. Außerdem findet ihr hier auch den Neptunbrunnen. In einer Universitätsstadt wie Bologna ist natürlich auch abends ordentlich was los. Im Universitätsviertel gibt es zahlreiche Bars, Cafés und Discos, wo ihr die Nacht zum Tag machen könnt.

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Brünn – Das perfekte Ziel für einen Tagesausflug

Für alle, die Prag schon kennen und auch oft genug in Bratislava waren, ist Brünn das perfekte Ausflugsziel. Die tschechische Stadt liegt nur zwei Stunden von Wien entfernt und bietet viel Sehenswertes. Angefangen bei der Festung  Špilberk bis hin zur Domkirche St. Peter und Paul Kathedrale gibt es hier so einige historische Highlights zu entdecken. Doch auch Kunstliebhaber kommen in Brünn auf ihre Kosten, denn in der Stadt gibt es regelmäßig Ausstellungen mit alter und neuer Kunst. Wer durch die Altstadt schlendert, wird ein kleines Déjà-vu Erlebnis haben, denn die mittelalterlichen Gassen erinnern stark an Wien. Der skurrilste Touristenmagnet der Stadt ist wohl der Brünner Drache, der am Rathaus hängt. Das versteinerte Krokodil soll an einen Drachen erinnern, der die Stadt der Legende nach heimgesucht hatte. Die tschechische Stadt hat aber nicht nur mittelalterliches zu bieten. Wer Fan von moderner Architektur ist, sollte der Villa Tugendhat von Mies van der Rohe einen Besuch abstatten. Sehenswert sind auch die Mäherischen Galerien sowie das Brno House of Art. Wie ihr seht, hat auch die zweitgrößte Stadt Tschechiens so einiges zu bieten.

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Tallinn – Willkommen im Winter Wunderland

Die estnische Hauptstadt Tallinn ist vor allem im Winter einen Besuch wert. Die verschneiten mittelalterlichen Gassen, heißer Glögg und zauberhafte Weihnachtsmärkte – diese Stadt wird euch mit seinem Charme umhauen! Entdeckt die wunderschöne Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen, spaziert durch die Katharinenpassage und besucht die berühmte Alexander-Newski-Kathedrale, die mit ihren kunstvollen Kuppeln an die Kirchen in Russland erinnert. Das ist auch kein Zufall, denn sie wurde zu Zeiten der russischen Okkupation gebaut und ist dem russischen Nationalheiligen gewidmet. Aus diesem Grund ist die Kirche bei den Einwohnern auch nicht sonderlich beliebt. Wenn ihr euch einen Überblick über die Stadt verschaffen wollt, solltet ihr auf den Burgberg. Von hier aus habt ihr eine tolle Aussicht und könnt die Schönheit von Tallinn auf euch wirken lassen. Unbedingt einen Besuch wert ist auch der berühmte Holzhäuserbezirk Kalamaja. Hier gibt es rund 500 Holzhäuser, die in den 1920 und 1930-er Jahren entstanden sind. Ein weiteres architektonisches Highlight ist das Kunstmuseum KUMU im Stadtteil Kadriorg. Das Gebäude beherbergt viele Werke klassischer Kunst ab dem 18. Jahrhundert und beeindruckt mit seinem modernen Design.

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Graz – Es muss nicht immer Wien sein

Die meisten Touristen, die nach Österreich reisen, besuchen am liebsten Wien oder Salzburg. Dabei steht die steirische Hauptstadt Graz den beiden Städten in nichts nach. Vor allem das Kultur-Angebot in Graz ist beeindruckend und sollte mehr gehuldigt werden. Hier gibt es viele tolle Museen wie das einzigartige Kunsthaus Graz oder die Alte Galerie im Schloss Eggenberg. Auch das Archäologiemuseum und das Haus der Wissenschaft bieten viel sehenswertes und sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Wer sich lieber im Freien aufhält, sollte einfach durch die Grazer Altstadt spazieren und die schönen Gassen für sich entdecken. Besonders im Sommer herrscht in Graz ein fast schon mediterranes Flair, was euch in Urlaubsfeeling versetzen wird. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört der Uhrturm und die extravagante Murinsel, eine Stahlkonstruktion des US-amerikanischen Künstlers Vito Acconci. Sie stellt ein Bindeglied zwischen Fluss und Stadt dar und gibt dem Grazer Stadtbild einen frischen Touch. Im Sommer kann man hier auch wunderbar Cocktails schlürfen.  Wenn ihr also mal dem Alltag entkommen aber nicht so weit reisen wollt, ist Graz eine perfekte Alternative zu anderen europäischen Zielen.

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